Saarländisches Team steht erstmals am Start

Bike Aid will bei der Luxemburg-Rundfahrt “etwas bieten“

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Bike Aid will bei der Luxemburg-Rundfahrt “etwas bieten“"
Gute Laune beim Team Bike Aid | Foto: Team Bike Aid

29.05.2018  |  (rsn) – Am Mittwoch feiert das aus dem benachbarten Saarland stammende Team Bike Aid seine Premiere bei der Luxemburg-Rundfahrt (2.HC). Der fünftägige Wettbewerb ist von der Wertigkeit her das größte Rennen, welches der Rennstall auf europäischem Boden bestreitet. Zudem werden zahlreiche Punkte für die UCI Europe Tour vergeben, die ausschlaggebend für eine Wildcard für die wiederbelebte Deutschland Tour ist.

Zu viel Druck will Teamkoordinator Tim Schäfer sich und seinen Jungs aber nicht machen. „Unser Rennkalender ist grundsätzlich das ganze Jahr über mit sehr hochklassigen Rennen versehen. Unser Saisonhöhepunkt ist und bleibt die Tour of Qinghai Lake im Juli und die D-Tour im Anschluss. Sicher ist die D-Tour mit Etappenziel bei uns im Saarland sehr wichtig. Die Qualifikationskriterien haben an unserer Rennplanung aber wenig geändert“, stellte Schäfer im Gespräch mit radsport-news.com klar.

In der Europe-Tour liegt Bike Aid auch voll auf Kurs. Vor ihnen liegt das Sunweb Development Team, das aber nur dann startberechtigt ist, wenn das Sunweb-WorldTour-Team auf eine Teilnahme verzichten sollte – was äußerst unwahrscheinlich ist. Auch das Team Lotto-Kern Haus hat noch mehr Zähler auf seinem Konto, führt aber auch die Teamwertung der Rad-Bundesliga an, worüber man sich auch für die Deutschland-Tour qualifizieren kann.

Dennoch will Bike Aid bei der Luxemburg-Rundfahrt Ergebnisse erzielen, was automatisch Punkte für die Europe-Tour mit sich brächte. Und die Chancen auf Spitzenresultate für das Continental-Team stehen in diesem Jahr auch angesichts der Konkurrenz recht gut, denn im 15 Teams umfassenden Feld steht diesmal keine einzige WorldTour-Formation. „Wir wollen bei der Luxemburg-Rundfahrt sicher etwas bieten“; kündigte Schäfer an.

Dafür kommt zum einen Sprinter Lucas Carstensen in Frage. Der Hamburger gewann zuletzt eine Etappe beim Ras Tailteann (2.2) in Irland, musste dort am Vorschlusstag aufgrund eines leichten Magen-Darm-Infekts aber vorzeitig vom Rad steigen. Für Schäfer mit Blick auf die bevorstehende Aufgabe kein Grund für Sorgenfalten. „Er hat sich wieder erholt und vielleicht war die verfrühte Rennbeendigung gar nicht so schlecht“; spielte Schäfer auf die längere Regenerationsphase an. In den wohl rar gesähten Sprintduellen wird sich Carstensen mit Alex Krieger (Leopard), Christophe Laporte (Cofidis), Andrea Pasqualon (Wanty-Groupe Gobert), Mauro Finetto (Delko Marseille) und Marko Kump (CCC Sprandi) auseinandersetzen müssen. Eine richtige Flachetappe gibt es jedenfalls nicht.

Auf den anspruchsvolleren Etappen soll Niko Holler sein Können zeigen. Unterstützt wird er durch den eritreischen Meister Meron Abraham und dessen Landsmann Meron Teshome. „Wir haben eine sehr variable Mannschaft am Start“, so Schäfer, der als Zielsetzung ausgab, im Gesamtklassement einen Fahrer in die Top Ten zu bringen und „vielleicht eine Etappe zu gewinnen.“ Hollers Rivalen werden vor allem der Slowene Jan Tratnik (CCC Sprandi), der Niederländer Pieter Weening (Roompot), der Luxemburger Alex Kirsch (WB Veranclassic), der Spanier Javier Moreno (Delko Marseille), der Franzose Jonathan Hivert (Direct Energie), der Belgier Xandro Meurisse (Wanty-Groupe Gobert) sowie dessen Landsmänner Wout Van Aert (Verandas Willems) und Dimitri Claeys (Cofidis) sein.

Zum Auftakt am Mittwochabend steht in Luxemburg Stadt der 2,3 Kilometer lange Prolog, der über eine knapp 400 Meter lange, bergaufführende Kopfsteinpflasterpassage führt. Richtig ernst für die Klassementfahrer wird es tagsdarauf, wenn es von Luxemrburg Stadt über 186 Kilometer nach Hesperange geht. Ab Kilometer 65 stehen insgesamt sieben Anstiege auf dem Programm, die letzte in Syren (2. Kat) gut vier Kilometer vor dem Ziel, so dass eine Sprintankunft unwahrscheinlich ist. 

Am dritten Tag steht eigentlich eine vom Profil her sprinterfreundliche Etappe auf dem Programm. So sind auf den 170 Kilometern von Rosport nach Schifflange gerade einmal zwei Bergwertungen zu meistern. Allerdings führt der Schlusskilometer nochmal mit bis zu 13 Prozent bergauf und wird so erneut für die Sprinter nichts Zählbares bieten.

Die Königsetappe steht am Samstag zwischen Eschweiler und Differdange an. Auf den letzten 35 der 164 Kilometer stehen vier Anstiege der 1. Kategorie auf dem Programm, darunter drei Mal der acht Prozent steile Col de l`Europe (1. Kat). Von der letzten Überquerung sind es noch sechs Kilometer bis ins Ziel. Aber auch die Schlussetappe, die von Mersch zurück nach Luxemburg Stadt führt, hat es in sich. Sieben Bergwertungen sind zu meistern, auf den letzten zwölf Kilometern gleich vier Mal der neun Prozent steile Pabeierbierg (1. Kat), wo die Rundfahrt traditionell zu Ende geht.

Um Kapitän Holler ganz vorne platzieren zu können, müssten laut Schäfer die Anstiege wohl noch etwas anspuchsvoller sein. „Die Etappen sind zwar sehr hart, da über die Wellen immer sehr schnell gefahren wird. Aber für Fahrer wie Niko könnte es doch etwas schwerer sei", befand Schäfer.

Nach der Luxemburg-Rundfahrt geht es für das saarländische Team zunächst im Rheinland bei Rund um Köln weiter, ehe es nach Frankreicht zu den bergigen Rundfahrten Route du Sud und Tour de Savoie Mont Blanc geht. "Dort wollen wir uns dann speziell mit unserem Kenianer Suleiman Kangangi als Kapitän für die Tour of Qinghai Lake noch weitere einspielen wollen"; so Schäfer, der mit seinen Mannen dann die DM in Einhausen und die Sibiu Tour als Generalprobe für den Saisonhöhepunkt bestreiten wird.

Mehr Informationen zu diesem Thema

03.06.2018Perez am Papeierbierg der Stärkste, Pasqualon Gesamtsieger

(rsn) - In einem packenden Finale hat Andrea Pasqualon (Wanty-Groupe Gobert) den Gesamtsieg bei der Luxemburg-Rundfahrt (2.HC) nach Hause gebracht. Nach 160 Kilometern von Mersch nach Luxemburg Stadt

03.06.2018Vorschau auf die Rennen des Tages / 3. Juni

(rsn) - Welche Rennen stehen heute auf dem Programm, wie sieht die Streckenführung aus und wer sind die Favoriten? Ab sofort gibt Ihnen radsport-news.com kurz und kompakt eine tägliche Vorschau auf

02.06.2018Krieger muss auf Königsetappe Gelbes Trikot wieder abgeben

(rsn) – Alex Krieger (Leopard) hat seine Gesamtführung bei der Luxemburg-Rundfahrt (2.HC) nach nur einem Tag wieder abgeben müssen. Der 26-Jährige verlor im Finale der Königsetappe, die über 16

02.06.2018Vorschau auf die Rennen des Tages / 2. Juni

(rsn) - Welche Rennen stehen heute auf dem Programm, wie sieht die Streckenführung aus und wer sind die Favoriten? Ab sofort gibt Ihnen radsport-news.com kurz und kompakt eine tägliche Vorschau auf

01.06.2018Im neunten Jahr scheint die Zeit reif für Kriegers ersten Sieg

(rsn) – 22 Mal fuhr Alex Krieger (Leopard) in der laufenden Saison bei UCI-Rennen bereits in die Top Ten. Darunter sind gleich vier zweite Plätze. Aber mit dem ersten UCI-Erfolg will es auch in der

01.06.2018Luxemburg-Rundfahrt: Krieger kämpft sich ins Gelbe Trikot

(rsn) - Alex Krieger (Leopard) hat bei der Luxemburg-Rundfahrt (2.HC) nach einem Kraftakt die Gesamtführung übernommen. Der Deutsche belegte auf der wegen Unwetter auf 89 Kilometer verkürzten zweit

01.06.2018Kirsch: “Jetzt können die Spiele beginnen“

(rsn) - Bei der diesjährigen Luxemburg-Rundfahrt (2.HC) ist Alex Kirsch (WB Veranclassic) vor heimischem Publik der große Hoffnungsträger. Der 25-Jährige kämpft in diesem Jahr um den Gesamtsieg u

01.06.2018Sport Vlaanderen soll mit Arm-Griff Massensturz ausgelöst haben

(rsn) - Florian Nowak über 170 Kilometer in der Ausreißgruppe des Tages vertreten und Joshua Huppertz in aussichtsreicher Position für den Sprint gebracht: Bis 1,3 Kilometer vor dem Ziel lief für

01.06.2018Wegen Unwetter: 2. Etappe der Luxemburg-Rundfahrt wird verkürzt

(rsn) - Die heutige 2. Etappe der Luxemburg-Rundfahrt (2.HC) muss aufgrund eines Unwetters in der letzten Nacht verkürzt werden. Das gaben die Organisatoren bekannt. Der Start wird auf 15 Uhr verscho

01.06.2018Vorschau auf die Rennen des Tages / 1. Juni

(rsn) - Welche Rennen stehen heute auf dem Programm, wie sieht die Streckenführung aus und wer sind die Favoriten? Ab sofort gibt Ihnen radsport-news.com kurz und kompakt eine tägliche Vorschau auf

31.05.2018Einen Tag nach Prolog-Sturz siegt Laporte in Hesperange

(rsn) - Den Sturz im gestrigen Prolog hat Christophe Laporte (Cofidis) offensichtlich bestens weggesteckt. Der Franzose setzte sich am Donnerstag auf der 1. Etappe nach 186 Kilometern von Luxemburg St

31.05.2018Gaudin will Nachbar Engoulvent als Rekord-Prologsieger ablösen

(rsn) - Zwei Mal hintereinander hat Damien Gaudin (Direct Energie) nun den Prolog der Luxermburg-Rundfahrt gewonnen. Damit heftet der Franzose sich  an die Fersen seines Landsmanns Jimmy Engoulvent,

Weitere Radsportnachrichten

04.04.2025Update für die Dura-Ace-Laufräder? Van der Poel als Testpilot

(rsn) - Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) ist beim E3 Saxo Classic nicht nur mit seinem souveränen Sieg, sondern auch mit seinem Material aufgefallen. Der Niederländer war dort mit einem u

04.04.2025Jagd auf das Lila Trikot: Rad-Bundesliga startet am Wochenende

(rsn) - Am Wochenende startet die Rad-Bundesliga 2025. Während für die Männer bereits am Samstag beim Großen Preis der südlichen Weinstraße in Schweigen der Startschuss fällt, kämpfen die Frau

04.04.2025Die Aufgebote für die 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen

(rsn) – Zum mittlerweile 22. Mal steht die Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) im Programm. Rund um Oudenaarde müssen die Fahrerinnen aus 24 Teams insgesamt 168,9 Kilometer absolvieren, wobei zwÃ

04.04.2025Die Aufgebote für die 109. Flandern-Rundfahrt

(rsn) – Mit der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) steht am Sonntag der Höhepunkt der flämischen Klassikerwochen an. Die 109. Ausgabe der “Ronde“ führt über 269 Kilometer Wochenende von Brügge nach

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt der Frauen 2025

(rsn) – Seit Jahr und Tag ist Oudenaarde das Zentrum der Flandern-Rundfahrt der Frauen. Auch die 22. Ausgabe des Rennens startet hier, seit 2012 befindet sich hier zudem in der Minderbroedersstraat

03.04.2025Flandern-Rundfahrt im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die Flandern-Rundfahrt bildet für Radsport-Fans gemeinsam mit Paris-Roubaix das Highlight der Klassikerwochen eines jeden Frühjahrs. Das belgische Monument, am 25. Mai 1913 erstmals ausgetra

03.04.2025Niewiadoma hofft bei der Ronde auf die Power aus dem Vorjahr

(rsn) - Diese Szene gefiel Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) beim gestrigen Dwars door Vlaanderen (1.Pro) überhaupt nicht: Als Elisa Longo Borghini (UAE - ADQ) zu ihrem letztendlich

03.04.2025Fraile hängt am Jahresende das Rad an den Nagel

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt 2025

(rsn) – Ein paar Änderungen an der Strecke gibt es immer. Da macht auch die Flandern-Rundfahrt 2025 keine Ausnahme. Doch neben dem jährlichen Wechsel zwischen den Startorten Antwerpen und Brügge,

03.04.2025Evenepoel startet bei der Tour de Romandie

(rsn) - Remco Evenepoel (Soudal – Quick) wird am Start der diesjährigen Tour de Romandie stehen, wie die Organisatoren der am 29. April mit einem Prolog in Saint-Imier beginnenden Schweizer WorldTo

03.04.2025Erholt sich Visma-Kapitänin Vos rechtzeitig zur Flandern-Rundfahrt?

(rsn) – Wenn es am kommenden Sonntag bei der 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) auf der Zielgerade in Oudenaarde zum finalen Sprint einer kleineren Gruppe kommen sollte, könnte Marianne Vos

03.04.2025Niedermaier: “Wünsche mir, beim Giro ganz oben zu stehen“

(rsn) - Nach ihrem ersten Rennblock, der mit Rang 37 bei der Trofeo Alfredo Binda (1.WWT) endete, nahm sich Antonia Niedermaier die Zeit, um mit RSN über ihren Saisoneinstieg, ihre veränderte Rolle

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour of Hellas (2.1, GRE)
  • La Route Adélie de Vitré (1.1, FRA)
  • Jamaica International Cycling (2.2, 000)