Bora-Profi wird Österreichische Meister

Pöstlberger mit 130-Kilometer-Solo ins rot-weiß-rote Trikot

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Pöstlberger mit 130-Kilometer-Solo ins rot-weiß-rote Trikot"
Der neue Österreichische Meister Lukas Pöstlberger | Foto: Reinhard Eisenbauer

01.07.2018  |  (rsn) – Neun Runden zu je 20 Kilometer standen im Programm der Österreichischen Straßenmeisterschaften am Kahlenberg bei Wien. Der Sieg ging dabei an Lukas Pöstlberger, der sich das zweite Mal in seiner Karriere das rot-weiß-rot gestreifte Trikot sicherte. Und wie im vergangenen Jahr feierte das deutsche Bora-hansgrohe Team einen Doppelsieg. Felix Großschartner komplementierte 52 Sekunden hinter seinem Mannschaftskollegen den Teamerfolg, nachdem er sich im Finale knapp vor Zeitfahrmeister Georg Preidler (Groupama-FDJ/+0:56) durchsetzte.

Kopfsteinpflaster, lange Anstiege und technische Abfahrten bildeten das schwierige Terrain für die Österreichische Straßenmeisterschaft 2018. Entlang der Wiener Höhenstraße ging es um das rot-weiß-rot gestreifte Meistertrikot. Gleich zu Beginn der 180 Kilometer setzte sich eine Dreiergruppe vom Feld ab. Daniel Lehner (Felbermayr-Simplon-Wels) und Maximilian Kuen (MyBike-Stevens) gehörten mit Andreas Graf (Hrinkow Advarics) zu den ersten Ausreißern und auch zu den Protagonisten des Tages.

Denn nach drei Runden startete Kuen einen eindrucksvolle Soloversuch, während dahinter Manuel Bosch (Vorarlberg-Santic) und Pöstlberger zu Lehner aufschlossen. Graf musste hingegen schnell die Segel streichen. "Meisterschaften sind immer recht taktisch, deshalb war mein früher Versuch nicht so geplant“, gestand Pöstlberger. Nachdem die Dreiergruppe kurz nach der Halbzeit Küen einholte, beschleunigte der Bora-Fahrer nochmals und löste sich von seinen Fluchtgefährten.

Dahinter bildeten sich kleinere Gruppen, aber der Etappensieger des Giro d'Italia 2017 verteidigte seinen Vorsprung bis in die Schlussrunde. Dahinter kämpften Stephan Rabitsch, Riccardo Zoidl, Lehner (alle Felbermayr-Simplon-Wels) sowie Preidler und Großschartner nur noch um die Silbermedaille. Pöstlberger, der letzte Woche von seiner Mannschaft für die Tour de France nominiert wurde, überquerte nach 130 Kilometer Flucht als Sieger die Ziellinie am Kahlenberg.

"Wir mussten unsere zahlenmäßige Überlegenheit taktisch gut ausspielen. Bei den Meisterschaften wird dir nichts geschenkt und so galt es für uns gut positioniert im Rennen zu sein. Ich wusste, dass ich 180 Kilometer und 3.000 Höhenmeter gut fahren kann. Wenn es hart auf hart kommt, dann habe ich keine schlechten Karten, das war mir vor dem Start klar“, berichtete der freudestrahlende neue Österreichische Meister, der nun mit dem Spezialtrikot zur Frankreich-Rundfahrt reist: "Jetzt sieht man mich im Fernsehen beim Arbeiten besser“.

Der Jubel der Mannschaft um Sportdirektor Christian Pömer wurde noch ein wenig größer, als Felix Großschartner den zweiten Platz eroberte. Wie im letzten Jahr gelang dem WorldTour-Team aus Raubling der Doppelschlag bei den Österreichischen Meisterschaften. "Ich hatte einen guten Tag und dank des frühen Versuchs von Lukas musste ich nicht zu viel Arbeit in der Verfolgergruppe leisten. Der Kurs war richtig cool. Vor allem das Kopfsteinpflaster war eine richtige Abwechslung“.

Nach seinem Sieg bei den Zeitfahrmeisterschaften beendete Preidler das Straßenrennen als Dritter: "Ich hätte wohl ein paar Franzosen an meiner Seite gebraucht zur Unterstützung gebraucht. Es ist halt schwierig, als Einzelkämpfer gegen Teams zu fahren“. Der attraktive Kurs über den Dächern Wiens gefiel auch dem Steirer. "Die schöne Aussicht über unsere Hauptstadt konnte ich aber nur beim Kaffee am Morgen genießen. Während des Rennens war keine Zeit dafür. Ich freue mich über den Zeitfahrtitel, aber irgendwann wäre ich schon gerne mal auf der Straße Meister.

In der Kategorie U-23 krönte sich Felix Gall zum neuen Champion. Der ehemalige Juniorenweltmeister aus dem Development Team Sunweb gewann vor Florian Kierner (Felbermayr-Simplon-Wels) und Marcel Neuhauser (Tirol Cycling Team). Mehr als die Hälfte der gestarteten Herren schied auf dem selektiven Kurs in Wien aus. In der Rad-Bundesliga, zu der die beiden Meisterschaften gezählt wurden, baute Zoidl mit einem vierten sowie einem fünften Platz seine überlegene Führung weiter aus.

Österreichische Staatsmeisterschaften Elite Herren:
1. Lukas Pöstlberger (BORA-hansgrohe) 4:47:16
2. Felix Großschartner (BORA hansgrohe) + 0:52
3. Georg Preidler (Groupama-FDJ) + 0:56
4. Riccardo Zoidl (Felbermayr-Simplon-Wels) + 1:02
5. Stephan Rabitsch (Felbermayr-Simplon-Wels) + 1:10

Mehr Informationen zu diesem Thema

01.07.2018Jungels jubelt in Luxemburg, Morabito siegt in der Schweiz

(rsn) - In Luxemburg hat Bob Jungels (Quick-Step Floors) nach dem Zeitfahren auch das Straßenrennen der nationalen Meisterschaften gewonnen und seinen fünften Titelgewinn gefeiert. Dabei verwies der

01.07.2018Rijkes: “In Salzburg stand ich als junger Fan noch am Straßenrand“

(rsn) - Aus einer Vierergruppe heraus sprintete Sarah Rijkes (Experza-Footlogix) am Sonntag zum Österreichischen Meistertitel. Ab sofort darf sie das Trikot der belgischen Equipe mit den rot-weiß-ro

01.07.2018Pöstlberger siegt in Österreich, van der Poel in den Niederlanden

(rsn) - Lukas Pöstlberger (Bora-hansgrohe) wird am kommenden Wochenende im Trikot des Österreichischen Meisters sein Tour-de-France-Debüt geben. Der 26-Jährige gewann am Sonntag am Wiener Kahlenbe

01.07.2018Rijkes fliegt auf dem Kopfsteinpflaster von Wien zum Titel

(rsn) - Sarah Rijkes (Experza-Footlogic) ist am Wiener Kahlenberg erstmals  Österreichische Straßenmeisterin geworden Sie enthronte in einem bis zum Ende spannenden Rennen die Titelverteidigerin Ma

01.07.2018Preidler: “Das Straßenrennen wird ein Lotteriespiel“

(rsn) - Zum dritten Mal in seiner Karriere krönte sich Georg Preidler (Groupama-FDJ) zum Österreichischen Meister im Einzelzeitfahren. Am heutigen Sonntag kämpft er am Wiener Kahlenberg um seinen

01.07.2018Viviani schlägt in Darfo Boario die Kletterspezialisten

(rsn) - Die bisher erfolgreichste Saison seiner Karriere hat Elia Viviani am Samstag mit dem ersten Italienischen Meistertrikot gekrönt. Der Sprinter des Quick-Step Floors-Teams triumphierte in Darfo

30.06.2018Viviani wird in Darfo Boario Terme erstmals Italienischer Meister

(rsn) - Elia Viviani hat seiner bisher schon außergewöhnlich erfolgreichen saison ein weiteres Highlight hinzugeführt. Der Sprinter des Quick-Step-Floors-Teams gewann erstmals in seiner Karriere di

30.06.2018Weltmeisterin Blaak gelingt Titelverteidigung in den Niederlanden

(rsn) - Weltmeisterin Chantal Blaak (Boels Dolmans) hat bei den Niederländischen Meisterschaften ihren Titel im Straßenrennen verteidigt. Die 28-Jährige setzte sich am Samstag in Hoogerheide als So

29.06.2018Preidler und Ritter gelingt in Stephanshart die Titelverteidigung

(rsn) – Der Steirer Georg Preidler (Groupama-FDJ) und die Oberösterreicherin Martina Ritter (Wiggle-High5) sind die alten und neuen Träger des Österreichischen Meistertrikots in der Disziplin Ein

29.06.2018Zeitfahrsieg in Luxemburg gibt Jungels Selbstvertrauen für die Tour

(rsn) - Bob Jungels (Quick-Step Floors) hat in Luxemburg zum vierten Mal in seiner Karriere die nationalen Zeitfahrmeisterschaften gewonnen. Doch hinter der Freude über seinen souveränen Titelgewinn

29.06.2018Madsen und Mullen mit Favoritensiegen

(rsn) - Martin Toft Madsen (BHS - Almeborg-Bornholm) hat in Dänemark den Hattrick geschafft. Der 33-Jährige verwies in Gulborgsund über 39,7 Kilometer mit 25 Sekunden Vorsprung den Vorjahresdritt

29.06.2018Jungels siegt in Luxemburg, Thomas holt Titel in Großbritannien

(rsn) - Nachdem er sich im Vorjahr überraschend Jempy Drucker (BNC) geschlagen geben musste, hat sich Bob Jungels (Quick-Step Floors) in Luxemburg den Zeitfahrtitel zurückgeholt. Der Lüttich-Bastog

Weitere Radsportnachrichten

03.04.2025Flandern-Rundfahrt im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die Flandern-Rundfahrt bildet für Radsport-Fans gemeinsam mit Paris-Roubaix das Highlight der Klassikerwochen eines jeden Frühjahrs. Das belgische Monument, am 25. Mai 1913 erstmals ausgetra

03.04.2025Niewiadoma hofft bei der Ronde auf die Power aus dem Vorjahr

(rsn) - Diese Szene gefiel Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) beim gestrigen Dwars door Vlaanderen (1.Pro) überhaupt nicht: Als Elisa Longo Borghini (UAE - ADQ) zu ihrem letztendlich

03.04.2025Fraile hängt am Jahresende das Rad an den Nagel

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

03.04.2025Die Aufgebote für die 109. Flandern-Rundfahrt

(rsn) – Mit der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) steht am Sonntag der Höhepunkt der flämischen Klassikerwochen an. Die 109. Ausgabe der “Ronde“ führt über 269 Kilometer Wochenende von Brügge nach

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt 2025

(rsn) – Ein paar Änderungen an der Strecke gibt es immer. Da macht auch die Flandern-Rundfahrt 2025 keine Ausnahme. Doch neben dem jährlichen Wechsel zwischen den Startorten Antwerpen und Brügge,

03.04.2025Evenepoel startet bei der Tour de Romandie

(rsn) - Remco Evenepoel (Soudal – Quick) wird am Start der diesjährigen Tour de Romandie stehen, wie die Organisatoren der am 29. April mit einem Prolog in Saint-Imier beginnenden Schweizer WorldTo

03.04.2025Erholt sich Visma-Kapitänin Vos rechtzeitig zur Flandern-Rundfahrt?

(rsn) – Wenn es am kommenden Sonntag bei der 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) auf der Zielgerade in Oudenaarde zum finalen Sprint einer kleineren Gruppe kommen sollte, könnte Marianne Vos

03.04.2025Niedermaier: “Wünsche mir, beim Giro ganz oben zu stehen“

(rsn) - Nach ihrem ersten Rennblock, der mit Rang 37 bei der Trofeo Alfredo Binda (1.WWT) endete, nahm sich Antonia Niedermaier die Zeit, um mit RSN über ihren Saisoneinstieg, ihre veränderte Rolle

03.04.2025Lungenentzündung: Bettiol sagt für Flandern-Rundfahrt ab

(rsn) - Alberto Bettiol (XDS – Astana) wird am Sonntag nicht zur Flandern-Rundfahrt antreten können. Wie der Italienische Meister auf der Website seines Teams erklärte, habe er sich eine Lungenent

03.04.2025Die Aufgebote für die 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen

(rsn) – Zum mittlerweile 22. Mal steht die Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) im Programm. Rund um Oudenaarde müssen die Fahrerinnen aus 24 Teams insgesamt 168,9 Kilometer absolvieren, wobei zwÃ

03.04.2025Flandern-Rundfahrt der Frauen: Die letzten zehn Jahre

(rsn) – Die Flandern-Rundfahrt der Frauen ist das älteste durchgängig ausgetragene unter den Monumenten im Frauen-Kalender – und nach der Trofeo Alfredo Binda sowie dem Flèche Wallonne und dem

02.04.2025Highlight-Video des 13. Dwars door Vlanderen der Frauen

(rsn) - Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) ist bereit für die Titelverteidigung bei der am Sonntag anstehenden Flandern-Rundfahrt. Das bewies die Italienische Meisterin eindrucksvoll bei der 13. Aus

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour of Hellas (2.1, GRE)