Franzose gewinnt Pfeil von Brabant

Godon lässt im Sprintduell Healy keine Chance, Heiduk Zehnter

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Dorian Godon (AG2R Citroën) hat die 63. Ausgabe des Pfeil von Brabant (1.Pro) gewonnen. | Foto: Cor Vos

12.04.2023  |  (rsn) – Dorian Godon (AG2R Citroën) hat bei der 63. Ausgabe des Pfeil von Brabant (1.Pro) den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere gefeiert. Der 26-jährige Franzose ließ über 205,1 Kilometer zwischen Leuven und Overijse im Sprintduell den Iren Ben Healy (EF Education – EasyPost) deutlich hinter sich und konnte zudem den ersten Sieg außerhalb seiner Heimat verbuchen. Zuvor hatte Godon bei sechs französischen Rennen jubeln können, darunter zweimal bei Paris-Camembert.

Den für AG2R perfekten Renntag rundete Benoit Cosnefroy ab, der mit 21 Sekunden Rückstand in Overijse Dritter wurde, gefolgt von seinen Landsleuten Remi Cavagna (Soudal – Quick-Step / +0:24) und Axel Zingle (Cofidis / 0:25) sowie dem für das Schweizer Tudor-Team fahrenden Dänen Alexander Kamp. Als bester deutscher Profi kam Kim Heiduk (Ineos Grenadiers) nach einer starken Vorstellung zeitgleich mit dem Fünften auf den zehnten Rang.

“Das ist mein größter Sieg bisher. Wenn man sich die Palmares der letzten Jahre ansieht, dann haben hier großartige Fahrer gewonnen“, sagte der Sieger, der Nachfolger des diesmal fehlenden Magnus Sheffield (Ineos Grenadiers) wurde. Zuvor hatten dessen Teamkollege Tom Pidcock (2021), Julian Alaphilippe (Soudal – Quick-Step / 2020) und Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck / 2019) das Rennen für sich entscheiden können.

Godon hatte sich gemeinsam mit Healy und Cavagna eingangs der Schlussrunde aus der Spitzengruppe gelöst, kurz darauf fiel der Franzose zurück. Im bergauf führenden Finale setzte sich der AG2R-Profi schließlich deutlich gegen Healy durch. “Allerdings war ich mir nicht sicher, ob ich bei so einem Sprint zu zweit der Schnellere sein würde", gab er zu.

“Ich hatte gesehen, dass man mit einer Gruppe wegkommen kann, wenn man immer unter den ersten 15 ist. Ich bin dann vorne mitgefahren und habe das Rennen schwer gemacht. Ich habe alles versucht, aber es lief nicht wie erhofft. Ich habe es taktisch gespielt, nur war er etwas zu stark für mich. Ich hatte gehofft, alleine anzukommen, aber Godon war der Stärkste“, sagte Healy, der in dieser Saison bereits eine Etappe der Settimana Coppi e Bartali sowie ebenfalls in Italien den GP Industria gewinnen konnte. “Und dieses Ergebnis gibt mir auch viel Selbstvertrauen. Ich habe mich in diesem Jahr auf diesem Niveau stabilisiert und hoffe, weitere solche Finals fahren zu können“, fügte er an.

So lief der 63. Pfeil von Brabant:

Bis zu dem viermal zu befahrenden Rundkurs um Overijse herum bestimmte bei einem Regen- und Sonne-Mix eine vierköpfige Ausreißergruppe mit den beiden Belgiern Johan Meens (Bingoal WB), Sander De Pesterl (Flanders – Baloise), dem Iren Rory Townsend (Bolton Equities Black Spoke) sowie dem Norweger Tord Gudmestad (Uno-X) das Geschehen und fuhr sich einen Maximalvorsprung rund 6:30 Minuten heraus.

Cosnefroy attackierte 63 Kilometer vor dem Ziel an der Hagaard-Rampe ein erstes Mal, Florian Vermeersch und Pascal Eenkhoorn (beide Lotto - Dstny) konterten, ehe Cavagna 58 Kilometer vor dem Ziel sich solo auf die Verfolgung der Spitzengruppe machte, deren Vorsprung bereits auf unter 30 Sekunden zurückgegangen war.

Der Franzose schaffte kurz nach der bis zu 15 Prozent steilen Moskesstraat den Anschluss an die Gruppe, aus der De Postel an dem Kopfsteinpflasteranstieg zurückgefallen war. Der Niederländische Meister Eenkhoorn sorgte mittlerweile für Tempo im immer kleiner werdenden Feld. Zunächst behaupteten Cavagna und Gudmestad einen kleinen Vorsprung auf eine Verfolgergruppe mit Healy, Godon, Andreas Kron (Lotto – Dstny) und den Schwedischen Meister Lucas Eriksson (Tudor), die dann aber am Ende der drittletzten Runde im Zielanstieg das Spitzenduo einfingen.

Healy und Godon reduzieren das Ausreißersextett zu einem Duo

Das Feld mit Alpecin – Deceuninck, Bahrain Victorious und Israel – Premier Tech an der Spitze nahm die letzten 44 Kilometer rund 40 Sekunden nach dem Spitzensextett in Angriff. Doch die Ausreißer arbeiteten gut zusammen und behaupteten ihren Vorsprung. Healy ging es offenbar dennoch nicht schnell genug, denn der Irische Zeitfahrmeister zog seinen Begleitern bereits 38 Kilometer vor dem Ziel davon. Dahinter versuchte Kim Heiduk (Ineos Grenadiers) fast zeitgleich im Alleingang zur Spitze vorzustoßen, die nach nur fünf Kilometern wieder vereint war. Parallel dazu hatte das Feld, dessen Rückstand allerdings auf eine Minute angewachsen war, auch den ehemaligen Deutschen U23-Meister wieder gestellt.

An der steilen und glatten Moskesstraat war Healy aber wieder dabei, als Godon angriff. Doch fand die Gruppe ein weiteres Mal zusammen und am Ende der vorletzten Rund hatte das mittlerweile von Cofidis angeführte Feld rund 20 Sekunden von seinem maximalen Rückstand, der mehr als eine Minute betragen hatte, wettmachen können.

Das Profil des Pfeil von Brabant | Foto: Veranstalter

Der 22-jährige Healy, der schon bei der vorletzten Zielpassage einen Angriff Godons neutralisiert hatte, konterte auch eine Attacke von Cavagna eingangs der Schlussrunde und zog am Hagaard-Anstieg gemeinsam mit dem Soudal-Fahrer und Godon davon. Durch die Tempobeschleunigung wuchs der Vorsprung wieder auf rund 1:10 Minuten an. An der Herstraat 15 Kilometer vor dem Ziel schüttelte Healy mit hohem Tempo Cavagna ab und auch Godot hatte Mühe, dem EF-Profi zu folgen. Auf dem Kopfsteinpflaster der Moskestraat hatte dann aber Healy zu kämpfen.

Healy pokert, doch Godon lässt sich nicht bluffen

Auf den letzten zehn Kilometern baute das Duo seinen Vorsprung gegenüber Cavagna auf rund 40 Sekunden aus. Der wiederum lag rund 30 Sekunden vor Kroon und Eriksson, die knapp fünf Kilometer vor dem Ziel vom Feld gestellt wurden. In der flachen Anfahrt zum 1,3 Kilometer langen Schlussanstieg verweigerte der sprintschwächere Healy schließlich die Führungsarbeit, was Godon sichtlich verärgerte.

Doch der AG2R-Profi ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Godon nahm den letzten der 24 Anstiege des Tages an erster Position in Angriff, zog den Sprint von der Spitze weg an und ließ Healy keine Chance. Wenige Sekunden dahinter hatte Cosnefroy aus dem Feld heraus noch zu Cavagna aufgeschlossen und verwies seinen Landsmann im Kampf um den letzten freien Platz auf dem Podium auf Rang vier.

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