RSNplusRSN-Rangliste, Platz 27: Marco Haller

Eine solide Saison mit Olympia als Krönung

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Eine solide Saison mit Olympia als Krönung"
Marco Haller (Red Bull - Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

16.12.2024  |  (rsn) – Es war kein Sieg, der Marco Haller (Red Bull Bora – hansgrohe) in seiner Heimat noch bekannter machte, sondern eine herausragende Leistung an einem ganz besonderen Tag in der französischen Hauptstadt Paris. Der Österreicher setzte sich nämlich im Olympischen Straßenrennen früh vor das Feld und hielt in der entscheidenden Phase lange bei den Favoriten mit. Bis zur Einfahrt auf die Zielgerade war sogar noch eine Medaille möglich.

Die verpasste Haller dann aber im Schlusssprint und wurde schließlich Sechster. “Bis zum Schluss habe ich mit Bronze geliebäugelt“, erklärte der Kärntner nun im Gespräch RSN und hob in seiner Saisonbilanz auch diesen 3. August noch einmal hervor: “Ich bin froh, dass ich gezeigt habe, dass ich in so einem Rennen mit den Besten der Welt mitfahren konnte.“

___STEADY_PAYWALL___

Haller ist seit Jahren ein Dauerbrenner im österreichischen Radsport. Insgesamt neunmal stand er schon am Start der Tour de France, 2022 gewann er die BEMER Cyclassics in Hamburg. Doch meist opfert er sich für seine Kapitäne auf und verzichtet damit bewusst auf eigene Chancen.

Auch in der Saison 2024 war Marco Haller (Red Bull – Bora – hansgrohe, li.) meist als Helfer unterwegs – so wie hier bei der Tour de France in Diensten von Primoz Roglic (Mitte) | Foto: Cor Vos

So war es auch in diesem Jahr. Nach dem Auftakt bei den spanischen Eintagesrennen in Murcia und Almeria wartete das Openingsweekend in Belgien: Auf Rang 33 beim Omloop Het Nieuwsblad war Haller bester Fahrer seines Teams. Danach stand Paris-Nizza an, wo Kapitän Aleksandr Vlasov Fünfter wurde.

“Eigentlich war das Frühjahr ganz in Ordnung, ich bin auch sehr gut gefahren, etwa bei Paris-Nizza, aber irgendwie konnte ich die gute Form nicht in Ergebnisse ummünzen“, sagte Haller, der nach Mailand-Sanremo die belgischen Klassiker fuhr, wobei Rang 26 bei der E3 Saxo Classic sein bestes Ergebnis war. Freuen konnte er sich in Belgien über Podiumsplatzierungen seiner Teamkollegen Danny van Poppel (Dritter bei Brügge-De Panne) und Jordi Meeus (Dritter bei Gent-Wevelgem).

Bei Paris-Roubaix war Haller in einer der ersten Fluchtgruppen dabei, erreichte schließlich das Ziel im Velodrome von Roubaix aber nicht. In der Vorbereitung auf die Tour de France absolvierte er im Mai nur die beiden deutschen Eintagesrennen Eschborn-Frankfurt (21.) und Rund um Köln (11.), wo er der jeweils beste Fahrer von Bora – hansgrohe war.

In Paris kämpfte Haller um eine Olympiamedaille. Letztlich reichte es zu einem starken sechsen Platz im Straßenrennen. | Foto: Cor Vos

Beim Critérium du Dauphiné gehörte Haller zur Helferriege von Primoz Roglic, der bei der Tour-Generalprobe auftrumpfen konnte. “Es war richtig genial, mit Primoz das zu gewinnen“, erinnerte sich Haller, der nach einem ordentlichen Job dann auch das Tourticket erhielt.

Es sollte allerdings nicht die einzige Info sein, die er von seiner Mannschaft bekam. “Im gleichen Atemzug wurde mir gesagt, dass es für mich beim Team nicht weitergehen wird. Das war irgendwie verwirrend“, so Haller, der sich bei der Tour dennoch für Roglic ins Zeug legte. “Es lief super, bis halt nach seinem Sturz unsere Teamtaktik wie ein Kartenhaus zusammengefallen ist“, sagte Haller, der sich nach der Tour voll auf die Olympischen Spiele fokussierte und dort starker Sechster wurde.

Nach drei “tollen Jahren“ bei Bora – hansgrohe zu Tudor

“Danach waren die Batterien aber auch schon ziemlich leer und nicht mehr viel für mich möglich. Ich versuchte noch das Beste rauszuholen und meine Teamkollegen zu unterstützen“, blickte Haller auf die zweite Saisonhälfte zurück, wo er noch die Deutschland Tour und die Renewi Tour sowie einige Eintagesrennen bestritt.

“Insgesamt gehen für mich drei tolle Jahre zu Ende, aber ich freue mich natürlich auch schon auf die neuen Herausforderungen und bin froh, bei diesem Team gelandet zu sein“, resümierte Haller zum Abschluss und spielte dabei auch schon auf seinen Teamwechsel an: Beim Schweizer Zweitdivisionär Tudor Pro Cycling hat er einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

Mehr Informationen zu diesem Thema

01.01.2025Die Radsport-News-Jahresrangliste der Männer 2024

(rsn) - Auch diesmal starten wir am 1. November mit unserer Jahresrangliste. Wir haben alle UCI-Rennen der vergangenen zwölf Monate (1. November 2023 bis 31. Oktober 2024) ausgewertet - nach unserem

01.01.2025Nach Traumsommer endlich in der absoluten Weltspitze

(rsn) – Erneut ist Marc Hirschi die klare Nummer 1 in der RSN-Jahresrangliste. Nachdem er schon 2023 mehr als doppelt so viele Punkte auf sein Konto gebracht hatte wie der damals zweitplatzierte Ste

31.12.2024Die Strassacker-Trophäe zur RSN-Jahresrangliste 2024

(rsn) – Seit inzwischen 17 Jahren blicken wir von radsport-news.com in Form unserer RSN-Jahresrangliste auf die Saison der Radprofis aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz zurück u

31.12.2024Mit freiem Kopf zu schönen Erfolgen

(rsn) - Nils Politt kann auf eine erfolgreiche erste Saison beim UAE Team Emirates zurückblicken, es war vielleicht sogar die beste in seiner gesamten Karriere. Der Allrounder wurde Zweiter beim Omlo

30.12.2024Ausgerechnet bei den Highlights fehlten ein paar Prozent

(rsn) – Zwei große Highlights hatte sich Stefan Küng (Groupama – FDJ) für die Saison 2024 in seiner Spezialdisziplin, dem Einzelzeitfahren, vorgenommen. Doch sowohl bei den Olympischen Spielen

29.12.2024Dank Höhentrainingslager in neue Sphären

(rsn) – Keiner hatte diese Entwicklung erwartet. Vor allem nicht Florian Lipowitz selbst. Der Ex-Biathlet, der 2024 seine zweite Profisaison im Radsport absolvierte, wurde Siebenter der Vuelta Espan

27.12.2024Schweizer Radsport-Diamant glänzte auch in WorldTour-Rennen

(rsn) - Jan Christen trug mit drei Siegen bei kleineren Rennen und einer Top-10-Platzierung beim schweren Klassiker in San Sebastian seinen Teil zur überragenden Saison von UAE Team Emirates bei. “

27.12.2024Als Schweizer Meister knapp an einem Vuelta-Coup vorbei

(rsn) – Mauro Schmid (Jayco – AlUla) geht das Jahr 2025 im Schweizer Meistertrikot an. “Das war für mich sicher der Höhepunkt der Saison. Der Meistertitel ist einfach etwas, was man einmal in

26.12.2024Im neuen Trikot den Durchbruch geschafft und Siege gefeiert

(rsn) – Mit seinem Wechsel von dsm – firmenich zu Tudor Pro Cycling hat Marco Brenner im vergangenen Winter nicht nur einen für ihn auf persönlicher Ebene wichtigen Schritt gemacht, sondern auch

25.12.2024Zwei kräftezehrende Grand Tours haben etwas bewirkt

(rsn) – Nach seinem Etappensieg und Platz acht in der Gesamtwertung der Tour de France 2023 war Felix Gall (Decathlon – AG2R La Mondiale) mit großen Erwartungen in die Saison 2024 gestartet, in

25.12.2024Traum erfüllt und doch unzufrieden

(rsn) – Es gibt durchaus einfachere Aufgaben als die Saison 2024 von Pascal Ackermann zu bewerten. Auch er selbst ist da ein wenig zwiegespalten. Schließlich hat er es mit dreißigeinhalb Jahren en

24.12.2024Top-Sprinter mit starkem Sinn für Realismus

(rsn) - Mit zwei Siegen und insgesamt 21 Top-Ten-Resultaten bei UCI-Rennen zeigte Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) auch 2024, dass er zu den schnellsten Männern im Feld zählt. Mit seiner Saison w

Weitere Radsportnachrichten

31.03.2025“Großvater“ Kristoff landete fast nochmal auf dem Podium

(rsn) – Zwei Monumente konnte Alexander Kristoff (Uno-X Mobility) in seiner Karriere schon gewinnen, aber auch bei Gent-Wevelgem in Flanders Fields war der mittlerweile 37-jährige Norweger schon e

31.03.2025Jakobsen muss unters Messer und steht vor langer Zwangspause

(rsn) – Spätestens nach der Saison 2022 schien der Horror-Sturz von Fabio Jakobsen (Picnic - PoostNL) aus der Polen-Rundfahrt aus dem Jahr 2020 endgültig vergessen, der heute 28-Jährige fuhr mit

31.03.2025Tudor, TotalEnergies und Uno-X bekommen die Tour-Wildcards 2025

(rsn) – Kaum hat die UCI die Bestätigung einer möglichen dritten Wildcard für die Grand Tours im Jahr 2025 bekanntgegeben, ist auch die ASO als Veranstalterin der Tour de France nun bereits vorge

31.03.2025Wiebes‘ unglaubliche Statistiken: Die Zahlen hinter der “100“

(rsn) – Ihren ersten UCI-Sieg feierte Lorena Wiebes im Jahr 2018. Das war damals im Mai beim Dorpenomloop in Aalburg, einem Rennen, das heute nicht mehr ausgetragen wird. Damals war sie 19 Jahre alt

31.03.2025UCI bestätigt Erweiterung der Grand-Tour-Pelotons auf 23 Teams

(rsn) – Nachdem sich das Professional Cycling Council (PCC) bereits für ein zusätzliches 23. Team bei den Grand Tours ausgesprochen hatte, hat nun auch das UCI Management Komitee die Entscheidung

31.03.2025Kool schafft bei Gent-Wevelgem den Befreiungsschlag

(rsn) – Auch wenn die Weltklasse-Sprinterin Charlotte Kool (Picnic – PostNL) beim überlegenen Sieg von Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) bei Gent-Wevelgem (1.UWT) chancenlos aussah, war die 25-

31.03.2025Keßler holt dritten Platz auf Schlussetappe der Olympia´s Tour

(rsn) - Für die Teams Lotto – Kern Haus – PSD Bank und Rembe – rad-net ist mit unterschiedlichen Gefühlen eine insgesamt erfolgreiche Olympia´s Tour zu Ende gegangen und Run & Race - Wibatech

31.03.2025Kooij erleidet Schlüsselbeinbruch bei Gent-Wevelgem

(rsn) – Olav Kooij (Visma – Lease a Bike) hat sich bei seinem Sturz 72 Kilometer vor dem Ziel bei Gent-Wevelgem (1.UWT) das Schlüsselbein gebrochen. Das bestätigte das niederländische Team vi

31.03.2025Haller fehlte ein halbes PS bei Pedersens Attacke

(rsn) – Durch die immer früheren Attacken der Favoriten bei den belgischen Frühjahresklassikern hat sich die Taktik, über die frühe Ausreißergruppe vor das Rennen zu kommen, in den letzten Jah

31.03.2025Dwars door Vlaanderen im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) – Dwars door Vlaanderen (1.UWT) ist eines der kürzesten flämischen Eintagesrennen des Frühjahrs. Im vergangenen Jahr etwa betrug die Distanz "nur" 183,7 Kilometer. Für die Fahrer ist das

30.03.2025Pedersen: “Erwartet das nicht immer von mir“

(rsn) – Es war schon eine sehr eindrucksvolle Show, die Mads Pedersen (Lidl – Trek) mit seiner 56 Kilometer langen Soloflucht beim 87. Gent-Wevelgem in Flanders Fields bot. Als wäre nichts weiter

30.03.2025Degenkolb: “Als Mads losfuhr, hatte keiner die Beine“

(rsn) – John Degenkolb (Picnic – PostNL) hat beim 87. Gent-Wevelgem (1.UWT) eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er trotz seiner 36 Jahrebei harten, langen Eintagesrennen immer noch mit der

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine