In Erfurt eine Koalition der Top-Sprinter?

Greipel und Kittel kämpfen bei den "Deutschen" gegen alle

Von Joachim Logisch aus Erfurt

Foto zu dem Text "Greipel und Kittel kämpfen bei den
Marcel Kittel (Etixx-Quick-Sep) und André Greipel (Lotto Soudal) sprinteten schon beim Giro gegeneinander. Hier gratuliert Greipel seinem Konkrrenten zu dessen Siega uf der 3. Etappe. | Foto: Cor Vos

25.06.2016  |  (rsn) - 215,6 Kilometer, 200 Teilnehmer, mit Marcel Kittel (Etixx-Quick-Step) und André Greipel (Lotto Soudal) zwei Top-Favoriten. Und nur eine Frage:  Wer von beiden fährt im Trikot des Deutschen Meisters 2016 zur Tour de France?

Auf dem flachen, 15,4 Kilometer langen Rundkurs mit jeweils 60 Höhenmetern, der 14 Mal (insgesamt 216,5 km) bewältigt werden muss, führt der Sieg nur über die beiden Weltklasse-Sprinter! Oder doch nicht?

"Man muss nüchtern an die Sache rangehen. Ich rechne nicht mit einem Massensprint. Viel eher wird eine Gruppe gehen, weil es nicht viele gibt, die das Rennen über 200 Kilometer kontrollieren können. Ich habe nur Marcel Sieberg als Teamkollege dabei. Auch er kann Deutscher Meister werden“, erklärte Greipel, der 2013 und 2014 den Titel holte, gegenüber radsport-news.com.

Kittel sieht sich ebenfalls nicht als schon feststehender Deutscher Meister. "Nur mit Tony Martin als Mannschaftsmitglied wird es unheimlich schwierig, das Rennen zu kontrollieren. Wir werden niemals in der mannschaftlichen Stärke an Bora-Argon 18, Giant-Alpecin oder rad-net Rose heranreichen, gerade wenn es später im Rennen darum geht, Attacken mitgehen zu können. Da wird es schon eng. Da muss man sehen, dass man seine Energien nicht verballert, die man am Schluss beim Sprint noch gebrauchen kann. Bei diesem Roulett braucht man auch ein bisschen Glück“, schätzte der Erfurter seine Chancen eher gering ein.

Allerdings könnte er auch auf U23-Zeitfahrmeister Max Schachmann und Jonas Bokeloh bauen, die beide beim Etixx-Farmteam Constantia unter Vertrag stehen. Während Greipel und Kittel jeweils nur auf ein echtes Teammitglied setzen können, um das Feld bis zu einem Schlussspurt zusammenzuhalten, haben die anderen Teilnehmer das Ziel, ohne die beiden Sprinter ins Ziel zu kommen.

Mit zehn Profis ist Bora-Argon 18 am Start, Stölting mit acht und auf sieben Rennfahrer kann rad-net Rose bauen, wenn es darum geht, mit Attacken das Peloton zu zerreißen, um eine Fluchtgruppe zu installieren. Dazu kommen weitere Rennställe mit viele Fahrern wie Christina Jewelery (9), das LKT Team Brandenburg (13) oder Kuota-Lotto (16).

Dabei kann ihnen helfen, dass die Strecke von der Topografie mit nur 60 Höhenmetern pro Runde eher einfach zu befahren ist. Greipel:  "Ich hätte mir einen schwierigeren Kurs gewünscht.“

Denn sowohl er als auch Kittel sind richtig heiß darauf, das weiße Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring zu erobern. "Es wäre ein richtig toller Erfolg, gerade zuhause in Erfurt. Ich kenne die Strecke. Ich weiß, was uns erwartet. Sie ist nicht allzu schwierig, was die Berge angeht. Und das ist schon wieder das Problem“, hätte sich auch Kittel eine etwas selektivere Strecke gewünscht.

Alle werden gegen das Duo Greipel und Kittel ankämpfen. Liegt es da nicht nah, dass beide zusammenarbeiten? Kittel: "Unsere Interessen sind jedenfalls ziemlich gleich. Wir wollen beide den Massensprint. Wenn es die Rennsituation erfordert und Not am Mann ist, werden wir beide mit dem gemeinsamen Ziel in diese Richtung arbeiten.“

Die Zusammenarbeit hat aber auch Grenzen, spätestens ab dem Teufelslappen 1000 Meter vor dem Ziel. Kittel: "Ich werde nicht auf die Zielgerade kommen und sagen: 'Komm André, ich ziehe dir noch den Sprint an‘. Er macht das auch nicht. Aber um dahin zu kommen, kann es sein, dass wir gemeinsame Sache machen!“

 

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