Testbericht

Rouvy: “Lohnende, authentische Alternative...“

Von Andreas Meyer

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| Fotos: Rouvy

21.02.2024  |  Die Trainings-Plattform Rouvy bietet eine tolle Radsport-Welt - und wir wollten wissen: Wie schlägt sich die Indoor-App in der Praxis? Hier die Ergebnisse unseres ausführlichen Tests in den vergangenen Winter-Wochen.

Anmeldung, Kosten:
Um Rouvy auszuprobieren, kann man die App auf verschiedenen Plattformen (Windows, Mac, iOS, Android, iPad, Apple TV) herunterladen und 14 Tage lang kostenlos testen. Danach fallen monatlich 14,99 Euro an, bei einer jährlichen Mitgliedschaft 12,42 Euro pro Monat. Ich probierte den "Duo Account" aus, zusammen mit meiner Frau. Jeder hat hier seinen eigenen Account, der zweite Teilnehmer muss nur einmal eingeladen werden.

Streckenvielfalt, Realismus:
Rouvy punktet mit rund 15 000 Kilometern nahezu fotorealistisch erstellter Strecken weltweit, mit einer großen, vielseitigen Auswahl an Events, Rennen, Gruppenfahrten, Workouts und Trainingsplänen. Die App enthält legendäre Routen in Neuseeland, Mallorca, den USA und in vielen anderen Teilen der Welt. Ich fand vor allem die Pässe spannend, um im Wohnzimmer zu trainieren.


Down under fährt man links... Die virtuellen Mitfahrer mahnen, den Anschluss zu halten - Zeit für einen kleinen Zwischen-Sprint

Es gibt es zahlreiche Strecken-Sammlungen, die das Radfahrherz höher schlagen lassen: alle Vuelta-Etappen 2024, Frühjahrs-Klassiker wie Paris - Roubaix oder Amstel Gold Race. Da fällt vor allem am Anfang die Auswahl fast etwas schwer... Mir persönlich haben die Stadt-Rundkurse am besten gefallen, da es einfach am meisten zu sehen gibt. Strecken in der Natur können teilweise etwas langweilig werden, wenn es beispielsweise durch einen längeren Abschnitt im Wald geht und man kein Panorama hat.

Bei den mythischen Anstiegen der Radwelt wie Stilfser Joch, Ventoux, Tourmalet oder Sa Calobra spielt Rouvy seine Stärken aus, mit einem deutlich realistischeren Fahrerlebnis als die Konkurrenz: Man kurbelt auf wechselnd steilen Rampen und durch echte Haarnadelkurven zum Pass.

 

Avatare, Belohnungs-Punkte:
Der Avatar kann personalisiert werden, aber die Auswahl an Rädern und Trikots ist zu Beginn begrenzt. Belohnungs-Punkte werden im Lauf der Zeit verdient und schalten weitere Optionen frei. Hier haben konkurrierende Plattformen im Vergleich eine etwas breitere Auswahl.

In der Grundeinstellung geht der eigene Avatar mit drei Fahrer-Bots auf die Strecke, die auch Windschatten bieten. Andere "echte" Fahrer trifft man eher selten - wenn man nicht auf Events oder Rennen unterwegs ist. Wo sich andere Fahrer auf dem Kurs befinden, wird auf der Karte angezeigt, zusammen mit deren Watt-Leistung.

Benutzeroberfläche, Verbindung zu Geräten:
Die Oberfläche wirkt anfangs nicht ganz intuitiv, aber nach kurzer Eingewöhnung findet man sich schnell zurecht. Die Verbindung zu einem smarten Rollen-Trainer, Pulsgurt oder Trittfrequenz-Sensor funktioniert reibungslos und lässt sich mit wenigen Klicks einstellen. Auch die Verbindung zu üblichen Fitness-Apps wie Garmin Connect oder Strava funktioniert auf Anhieb problemlos.

Wer keine schnelle Internet-Verbindung hat, kann für ein ruckelfreies, hochauflösendes Erlebnis die gewählte Strecke vorab in passender Auflösung herunterladen.

Interaktive Elemente, Visuals:
Beeindruckend ist die "Augmented Reality"-Integration, bei der 3D-Avatare neben den realen Video-Materialen erscheinen. Die Anzeige von Bot-Windschatten, realen Fahrern auf der Strecke und Strava-Live-Segmenten sorgt für ein interaktives, motivierendes und abwechslungsreiches Fahrerlebnis - wenn etwa auf der Strecke zum Zwischen-Sprint motiviert wird.

 

Trainingspläne, Events:
Rouvy bietet eine Vielzahl von Trainingsplänen für verschiedene Fitness-Ziele. Die Zeitumfänge sind mit bis zu fünf Stunden pro Woche realistisch für den Alltag und ermöglichen es, die Fitness kontinuierlich zu steigern. Die Plattform veranstaltet Challenges, Gruppenfahrten und Rennen; allerdings blieb die Zahl der Teilnehmer bei Rennen im Testzeitraum übersichtlich.

Cool sind Kooperationen mit Profi-Teams wie Lidl Trek: Deren Trainingspläne sind mit die anspruchsvollsten. Wer keinem Plan folgen will, kann aus zahlreichen Trainings und Workouts wählen, um etwa Sprints, Kraft, Kadenz, VO2-Max etc zu trainieren. Dafür wird immer eine passende Strecke vorgeschlagen, die man am Anfang des Trainings nach eigenen Vorlieben anpassen kann, etwa indem man andere Routen wählt.

Fazit: Rouvy hat mich durch seine realistische Streckenvielfalt und die innovativen Features wie Augmented Reality beeindruckt. Die App ist ideal für alle, die authentische Indoor-Cycling-Erlebnisse suchen und nicht in einer "Bonbon-Welt" radeln wollen.
Potential besteht bei der Auswahl von Rädern und der Anpassbarkeit von Trainingsplänen. Trotzdem ist Rouvy für mich eine lohnende Alternative zu den "etablierten" Plattformen. Und die Duo- und Gruppen-Accounts machen Rouvy auch preislich sehr interessant.

Die Fakten
* Preise
Single: 14,99 Euro/ Monat (12,42 Euro bei Jahresmitgliedschaft)
Duo (2 Accounts): 19,99 Euro/ Monat (16,58 bei Jahresmitgliedschaft)
Gruppe (5 Accounts) 32,99 Euro/ Monat (27,42 bei Jahresmitgliedschaft)
* Plattformen: PC, MacOS, Android, iOS, iPadOS, AppleTV
* Kostenloser Probezeitraum: 14 Tage

Andreas Meyer ist Fotograf und Redakteur bei WoM Medien in Deggendorf.

 
Weitere Informationen

Rouvy
VirtualTraining s.r.o.
Prag
Tschechien

E-Mail: info@rouvy.com
Internet: rouvy.com

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