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13.01.2023 | (rsn) - Die neue Saison steht beim französischen Traditionsrennstall Groupama - FDJ ganz im Zeichen der Verjüngung. Gleich sieben Fahrer im Alter von 19 bis 21 Jahren holte Manager Marc Madiot vom eigenen Development Team hoch zu den Profis. Hinzu kommt noch der 21jährige Paul Penhoët, der seit August als Profi schon WorldTour-Luft schnuppern durfte und zuvor bei den Mittelmeerspielen das Straßenrennen gewann.
Acht ältere Profis, darunter die Leistungsträger Sebastien Reichenbach (Tudor) und Attila Valter (Jumbo - Visma) verließen die Equipe. Der 35-jährige Anthony Roux, französischer Straßenmeister 2018, beendete die Karriere wie auch der frühere Kanadische Meister Antoine Duchesne (31). “Wir vertrauen den jungen Fahrern. Wir wollen ihnen eine Chance geben, in der World Tour auf sich aufmerksam zu machen. Sie haben allesamt gute Resultate in der Saison 2022 erzielt. Und deshalb wollen wir sie auch in der obersten Etage des Radsports dabei haben“, erklärt Madiot radsport-news.com gegenüber die durchaus ungewöhnlichen Transfermarktaktivitäten im eigenen Hause.
“Sie haben gute Grundlagen“, schwärmt er von den Neuen. “Und es ist einfach unsere Philosophie, die eigenen Fahrer weiterzuentwickeln. Weil sie wirklich allesamt ein prächtiges Jahr 2022 gehabt haben, ist es völlig logisch, dass wir sie jetzt in der World Tour dabei haben wollen“, fügte er an.
Der Schweizer Stefan Küng gehört bei Groupama - FDJ zu den Stars. | Foto: Cor Vos
Das Minimalziel lautet 20 Siege
Die Messlatte liegt durchaus hoch. 20 Siege holte Groupama – FDJ im vergangenen Jahr. Erfolgreichster Mann war Top-Sprinter Arnaud Démare mit sieben Siegen, darunter drei Etappenerfolge beim Giro d’Italia. Der Schweizer Stefan Küng und Überraschungsmann Valentin Madouas trugen mit jeweils drei ersten Plätzen zur guten Gesamtbilanz bei.
Gewichtiger als die drei Siege war bei Madouas aber der dritte Rang bei der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) nach einer bravourösen Vorstellung. Die beiden Kapitäne David Gaudu ("Abstauber"-Etappensiege beim Critérium du Dauphiné und der Algarve-Rundfahrt) und Thibaut Pinot (sowhl ein Etappensieg bei der Tour de Suisse als auch der Tour of the Alps) blieben mit jeweils zwei Erfolgen allerdings etwas unter den Erwartungen. Aber insgesamt präsentierte sich das Team in starker Verfassung. Deshalb geriet es niemals in Abstiegsgefahr, im Gegensatz zu manch anderem nominell besser besetzten Konkurrenten.
An diese Ergebnisse will Madiot auch in der kommenden Saison anknüpfen. “Wir wollen so viele Siege wie möglich holen. Das Minimum liegt bei 20“, sagte er selbstbewusst. Erklärte Ziele sind zudem ein Podiumsplatz bei der Tour und mindestens ein Podium bei den Klassikern.
Auf der 3. Etappe des Critérium du Dauphiné sprintete David Gaudu noch an Wout van Aert (Jumbo - Visma), der schon gejubelt hatte, vorbei. | Foto: Cor Vos
Wie genau er das erreichen will, behielt der Franzose freilich für sich. Nur ganz allgemein lobte er die gute Trainingsarbeit und den Zusammenhalt im Team als Grundlagen für die erhoffte Performance-Steigerung. “2022 waren die Fahrer schon sehr gut. Für 2023 hoffe ich, dass sie sehr, sehr, sehr gut sind“, sagte er lapidar. Als weitere Gründe für eine Verbesserung nennt er die Gelassenheit und Ruhe, durch die sich das Team seiner Ansicht nach auszeichne.
Der Top-Transfer: Aus dem Septett der aufgestiegenen Nachwuchsfahrer wollte Madiot niemanden besonders hervorheben. Er betonte aber: “Alle sind sie gut! Und ich erwarte von allen tolle Leistungen.“ Deshalb sollte man sich die Namen vielleicht schon jetzt einmal ins Bewusstsein rufen: Lorenzo Germani ist Italienischer U23-Meister, Landsmann Enzo Paleni wurde Bergkönig der Tour de la Mirabelle (2.2). Der erst 19-jährige Romain Grégoire holte beim Nachwuchs-Giro einen Etappensieg und das Punktetrikot. Er wurde zudem Sieger von gleich vier Eintagesrennen, darunter der U23-Ausgabe von Lüttich – Bastogne – Lüttich.
Romain Grégoire (links) und Lenny Martinez (Mitte) bewiesen nicht nur mit Gold und Bronze bei der Junioren-Europameisterschaft 2021 in Trento, dass sie zurecht als große Nachwuchshoffnungen betrachtet werden. | Foto: Cor Vos
Lenny Martinez, wie Gregoire Franzose und ebenfalls erst 19 Jahre jung, gewann die Mont-Blanc-Rundfahrt Giro Ciclistico della Valle d’Aosta (2.2U), vor seinem Teamkollegen Reuben Thompson übrigens. Er wurde außerdem Gesamtdritter beim Nachwuchs-Giro (2.2) und war als starker Gesamt-14. bei der Tour of the Alps (2.Pro) ein wichtiger Helfer für seinen Teamkollegen Michael Storer, der sich in der Gesamtwertung nur Romain Bardet (DSM) geschlagen geben musste.
Der Neuseeländer Thompson wurde Gesamtzweiter bei gleich drei Rundfahrten, neben dem Giro della Valle d’Aosta auch bei der Ronde de l’Isard (2.2U) und dem Circuit des Ardennes (2.2). Sein Landsmann Laurence Pithie holte einen Etappensieg bei der Tour de Normandie (2.2). Der Brite Samuel Watson hielt bei der Tour of Britain (2.Pro) tapfer in die Sprintfinals der Großen mit rein und landete drei Mal in den Top 10. Er fuhr dort allerdings in einer britischen Nationalmannschaft.
Die Resultate zeigen, dass die junge Garde breit aufgestellt ist und teilweise schon jetzt in der WorldTour konkurrenzfähig. Endschnelle Talente sind dabei, viel versprechende Kletterer sowie Klassikerhoffnungen. Vielleicht wird man bald von einem goldenen Neo-Pro-Jahrgang bei Groupama - FDJ sprechen müssen.
Im Fokus: Die größten Leistungssprünge traut Madiot überraschenderweise aber nicht den jungen, sondern den erfahreneren Kräften zu. “Ich erwarte ganz viel von Gaudu, Démare, Küng und Madouas. Sie sind schon auf einem sehr guten Niveau, aber ich habe das Vertrauen, dass sie sich auch noch beträchtlich weiterentwickeln können“, sagte er radsport-news.com.
Den Tour-Vierten Gaudu sieht er reif für den Sprung auf das Podest bei der Großen Schleife. “Er hat das Zeug dazu, und warum nicht auch schon in diesem Jahr“, sagte er optimistisch. Bei Küng hofft er, dass der WM-Knoten endlich platzt. “Ich wünsche ihm den WM-Titel im Zeitfahren. Und auch ein Klassikersieg ist bei seinem Potenzial drin“, blickte Madiot optimistisch voraus. In Bezug auf den Schweizer korrigiert Madiot, einst selbst Sieger der Nachwuchs-Version von Paris – Roubaix, also den generellen Erwartungshorizont noch einmal etwas nach oben.
Das Aufgebot:
Bruno Armirail (Frankreich / 28 Jahre), Clément Davy (Frankreich / 24), Arnaud Démare (Frankreich / 31), David Gaudu (Frankreich / 26), Romain Grégoire (Frankreich / 19), Matthieu Ladagnous (Frankreich / 38), Olivier Le Gac (Frankreich / 29), Valentin Madouas (Frankreich / 26), Lenny Martinez (Frankreich / 19), Rudy Molard (Frankreich / 33), Quentin Pacher(Frankreich / 31), Enzo Paleni (Frankreich / 20), Paul Penhoët (Frankreich / 21), Thibaut Pinot (Frankreich / 32), Lewis Askey (Großbritannien / 21), Jake Stewart (Großbritannien / 23), Samuel Watson (Großbritannien / 21), Stefan Küng (Schweiz / 29), Fabian Lienhard (Schweiz / 29), Laurence Pithie (Neuseeland / 20), Reuben Thompson (Neuseeland / 21), Miles Scotson (Australien / 28), Michael Storer (Australien / 25), Lars van den Berg (Niederlande / 24), Bram Welten (Niederlande / 25), Kevin Geniets (Luxemburg / 26), Lorenzo Germani (Italien / 20), Ignatas Konovalovas (Litauen / 37)
Davon Neuzugänge:
Lorenzo Germani, Romain Grégoire, Lenny Martinez, Enzo Paleni, Laurence Pithie, Reuben Thompson, Samuel Watson (alle Groupama - FDJ Continental)
Teamleitung:
Manager: Marc Madiot
Sportdirektor: Yvon Madiot
Sportliche Leiter: Benoit Vaugrenard, David Han, Frank Pineau, Frederic Guesdon, Jussi Veikkanen, Nicolas Boisson, Philippe Mauduit, Sebastien Joly, Thierry Bricaud
Material:
Rahmenhersteller: Lapierre
Gruppe: Shimano
Laufräder: Shimano
Reifen: Continental
Trikot: Alé
Helm: Giro
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