Vorschau 76. Tour de Romandie

Yates-Brüder kämpfen ums Käse-Trikot

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Yates-Brüder kämpfen ums Käse-Trikot"
Simon Yates (Jayco - AlUla) zählt zu den Favoriten der 76. Tour de Romandie. | Foto: Cor Vos

24.04.2023  |  (rsn) – Mit der Tour de Romandie (2.UWT) steht ab Dienstag das letzte große Etappenrennen vor dem Giro d'Italia auf dem Programm. Die dreiwöchige Landesrundfahrt durch Italien nehmen aber nur die wenigsten unter die Räder, die auch die sechs Tage in der Schweiz fahren. Vor allem die Klassement-Fahrer, die in Italien erfolgreich sein wollen, tummelten sich zuvor bei der Tour of the Alps (2.Pro) und verzichten zwei Wochen vor der ersten Grand Tour auf weitere Renntage zugunsten von Training und Regeneration.

Trotzdem dürfte sich der Kampf um die Gesamtwertung bei der 76. Austragung durchaus auf einem hohen Niveau abspielen. Das Fehlen der allerersten Garde der Rundfahrt-Spezialisten - Primoz Roglic, Jonas Vingegaard (beide Jumbo - Visma), Remco Evenepoel (Soudal - Quick-Step) und Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) - sollte der Spannung im Gefecht um das von einem Käsehersteller gesponserte Gelbe Trikot aber eher zugutekommen und Sekundenabstände über die Podiumsplatzierungen bestimmen lassen.

Zwei Zeitfahren, aber Klassement entscheidet sich auf 2.000 Metern

Auch die Strecke macht nicht den Eindruck, als wäre sie sonderlich selektiv. Nominell stehen zwei Zeitfahren auf dem Programm. Eines davon ist ein knapp sieben Kilometer langer Prolog, der weder technisch noch topografisch besonders anspruchsvoll ist und kaum dazu taugt, große Abstände herbeizuführen. Der zweite, 19 Kilometer lange Kampf gegen die Uhr auf der 3. Etappe ist zwar profilierter, dürfte deswegen aber weniger reine Zeitfahrqualitäten fordern und somit allen Aspiranten für die Gesamtwertung eher entgegenkommen. Tückisch hingegen könnte die Abfahrt auf den letzten fünf Kilometern des Zeitfahrens sein. Immerhin verliert der Kurs 300 Höhenmeter auf diesem Abschnitt und bietet einige Kurven. Wer da nicht ans Limit geht, verliert Zeit, die er nur noch am folgenden Tag, der Bergankunft auf über 2000 Metern, wieder gutmachen kann.

Einen Top-Favoriten auszumachen, ist daher schwierig. Doch einer der Anwärter auf die Nachfolge von Aleksandr Vlasov (Bora – hansgrohe), der die Rundfahrt durch die Westschweiz im vergangenen Jahr vor Gino Mäder (Bahrain Victorious) und Simon Geschke (Cofidis) für sich entschied, dürfte Simon Yates (Jayco - AlUla) sein. Der 30-jährige Vuelta-Sieger von 2018 hat diese Saison bereits drei WorldTour-Rundfahrten auf dem Buckel, beendete die Tour Down Under als Zweiter, Paris-Nizza als Vierter und die Baskenland-Rundfahrt auf Platz acht.

Ayuso feiert Saison-Debüt, Higuita größte Bora-Hoffnung

Nach dem Rennen in Spanien meldete sich der Brite krank und musste seine Vorbereitung etwas einbremsen, wie er in einem Statement seines Teams erklärte. Nichtsdestotrotz “werden wir ein starkes Team um mich herum haben, Ziel ist es, um eine gute Position in der Gesamtwertung zu kämpfen.“ Zum dritten Mal greift Yates bei der Romandie-Rundfahrt an, 2015 wurde er Sechster, 2017 landete er auf Platz zwei.

In diesem Jahr erwarte er einen Wettkampf auf hohem Niveau – und einen ganz besonderen Gegner. “Mein Bruder wird auch dabei sein, das wird Spaß machen.“ Adam Yates wird für UAE Emirates die Kapitänsrolle übernehmen. Der Zwilling hat ebenfalls drei WorldTour-Rundfahrten auf der Uhr, konnte bei der UAE Tour (3.), Tirreno-Adriatico (11.) und der Katalonien-Rundfahrt (28.) aber nur bedingt an die erwarteten Ergebnisse herankommen.

Mit Yuan Ayuso hat UAE zumindest vom Namen her ein weiteres Ass im Ärmel. Der 20-Jährige wurde 2022 Dritter der Vuelta. Doch das war bisher auch sein letztes Rennen, denn 2023 ist er aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung noch nicht im Wettkampf gewesen. “Nach einigen quälenden Verletzungen bin ich sehr glücklich, bekannt zu geben, dass ich bei der Tour de Romandie am Start stehe“, hatte die spanische Klassement-Hoffnung vor ein paar Tagen getwittert.

Bei Bora-hansgrohe dürft einmal mehr Sergio Higuita die größte Hoffnung auf die Gesamtwertung sein. Bei der Baskenland-Rundfahrt holte er einen der erst bisher erst vier Saisonsiege für das Team, insgesamt reichte es für Platz sechs.

Cavendish, Gaviria & Viviani streiten sich um drei mögliche Sprints

Aus deutscher Sicht ist vor allem der Vorjahresdritte Geschke interessant. Doch da sein Cofidis-Team mit Jesus Herrada und vor allem dem zuletzt formstarken Ion Izagirre gleich zwei Rundfahrer dabei hat, dürften für den Berliner maximal Chancen auf einen Etappensieg drin sein. Alle anderen – Luis-Joe Lührs, Nico Denz (beide Bora – hansgrohe), Jason Osborne (Alpecin – Deceuninck), Nikias Arndt (Bahrain Victorious), Marco Brenner, Niklas Märkl (beide DSM), Rick Zabel (Israel – Premier Tech) und Johannes Adamietz (Lotto Dstny) – werden in ihren Helferrollen aufgehen.

Berechtigte Hoffnungen um vordere Plätze in der Gesamtwertung in der Westschweiz werden sich auch Sizilien-Rundfahrt-Sieger Alexey Lutsenko (Astana Qazaqstan), die beiden Franzosen Romain Bardet (DSM) und Thibaut Pinot (Groupama – FDJ), Steven Kruijswijk (Jumbo – Visma), der Vorjahreszweite Mäder, Michael Woods (Israel – Premier Tech), James Knox (Soudal – Quick-Step), Matteo Jorgensen (Movistar) und Louis Meintjes (Intermarché - Circus - Wanty) machen.

Mit Mark Cavendish (Astana Qazaqstan), Fernando Gaviria (Movistar), Elia Viviani (Ineos Grenadiers), Ethan Vernon (Soudal - Quick-Step), Giacomo Nizzolo (Israel – Premier Tech), Alberto Dainese (DSM) und Allrounder Magnus Cort (EF Education – EasyPost) sind zudem ein paar schnelle Männer dabei, die sich um drei mögliche Sprintankünfte auf der 1., 2., und 5. Etappe streiten.

Mehr Informationen zu diesem Thema

30.04.2023Arndt: “Ich wollte heute unbedingt gewinnen“

(rsn) – Viel fehlte nicht und Nikias Arndt (Bahrain Victorious) hätte zum Abschluss der 76. Tour de Romandie (2.UWT) seinen achten Profisieg eingefahren. Letztlich entscheidend war nach 170 Kilomet

30.04.2023Highlight-Video der Schlussetappe der Tour de Romandie

(rsn) - Fernando Gaviria (Movistar) hat am Schlusstag der 76. Tour de Romandie (2.UWT) seinen zweiten Saisonsieg eingefahren. Der 28-jährige Kolumbianer entschied die abschließende 5. Etappe über 1

30.04.2023Gaviria in Giro-Form, Arndt mit bestem Saisonergebnis

(rsn) - Der Kolumbianer Fernando Gaviria hat den finalen Abschnitt der 76. Tour de Romandie (2.UWT) gewonnen. Der Movistar-Profi setzte sich im Sprintfinale der 5. Etappe in Genf souverän vor dem Kö

30.04.2023Uijtdebroeks holt auf der Königsetappe das Optimum heraus

(rsn) – Mit dem Ziel Etappensieg war Bora – hansgrohe zur 76. Tour de Romandie (2.UWT) angetreten. Nachdem Kapitän Sergio Higuita aus gesundheitlichen Gründen schon zur Halbzeit aufgeben musste,

30.04.2023Vorschau auf die Rennen des Tages / 30. April

(rsn) – Welche Rennen gilt es heute zu beachten? Wie sehen die Streckenprofile und Startlisten jeweils aus und wer ist der Favorit oder die Favoritin? radsport-news.com stellt jeden Morgen die wich

29.04.2023Der letzte Kilometer der Königsetappe in der Romandie

(rsn) - Adam Yates (UAE Team Emirates) hat die Königsetappe der Tour de Romandie (2.UWT) in Thyon 2.000 gewonnen. Der Brite setzte sich rund drei Kilometer vor dem Ziel aus der Favoritengruppe ab und

29.04.2023Yates klettert in Thyon 2.000 ins Gelbe Trikot der Romandie

(rsn) – Die Königsetappe hat die Gesamtwertung der Tour de Romandie (2.UWT) nochmal ordentlich durcheinander gewirbelt. Auf der 4. Etappe von Sion nach Thyon 2.000 über 162 Kilometer war Adam Yate

29.04.2023Foss und Gesink nicht mehr zur Romandie-Königsetappe angetreten

(rsn) – Der mit hohen Ambitionen gestartete Kévin Vauquelin (Arkéa – Samsic) musste die Tour de Romandie bereits auf der 2. Etappe verlassen. Nun gab sein Team den Grund dafür bekannt. “Seit

29.04.2023Bjerg: “Dämlich, das Rennen mit so einer Abfahrt zu beenden“

(rsn) – Auf Kritik ist die Streckenführung des Zeitfahrens der 76. Tour de Romandie (2.UWT) gestoßen. Der 18,75 Kilometer lange Parcours mit Start und Ziel in Châtel-Saint-Denis beinhaltete zu Be

29.04.2023Brenner holt sich nach verkorkstem Frühjahr ein gutes Gefühl

(rsn) - Wer am Freitagnachmittag den TV einschaltete, um das 18,7 Kilometer lange Einzelzeitfahren der Tour de Romandie (2.UWT) in Chatel-Saint-Denis zu verfolgen, sah als erstes sein Gesicht: Marco B

29.04.2023Vorschau auf die Rennen des Tages / 29. April

(rsn) – Welche Rennen gilt es heute zu beachten? Wie sehen die Streckenprofile und Startlisten jeweils aus und wer ist der Favorit oder die Favoritin? radsport-news.com stellt jeden Morgen die wich

28.04.2023Highlight-Video der 3. Etappe der Tour de Romandie

(rsn) - Juan Ayuso (UAE Team Emirates) hat im Zeitfahren der Tour de Romandie den Doppelschlag gelandet: Etappensieg und Gelbes Trikot für den Spanier. Hinter ihm landete Matteo Jorgenson (Movistar)

Weitere Radsportnachrichten

04.04.2025Nach Gelb auch Grün: Girmay gibt wie Pogacar Roubaix-Debüt

(rsn) – Neben Tadej Pogacar (UAE Team Emirates – XRG) wird auch Biniam Girmay (Intermarché – Wanty) am 13. April sein Debüt bei Paris-Roubaix sein Debüt bei Paris-Roubaix geben. Nachdem der S

04.04.2025Die Aufgebote für die 109. Flandern-Rundfahrt

(rsn) – Mit der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) steht am Sonntag der Höhepunkt der flämischen Klassikerwochen an. Die 109. Ausgabe der “Ronde“ führt über 269 Kilometer Wochenende von Brügge nach

04.04.2025Update für die Dura-Ace-Laufräder? Van der Poel als Testpilot

(rsn) - Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) ist beim E3 Saxo Classic nicht nur mit seinem souveränen Sieg, sondern auch mit seinem Material aufgefallen. Der Niederländer war dort mit einem u

04.04.2025Jagd auf das Lila Trikot: Rad-Bundesliga startet am Wochenende

(rsn) - Am Wochenende startet die Rad-Bundesliga 2025. Während für die Männer bereits am Samstag beim Großen Preis der südlichen Weinstraße in Schweigen der Startschuss fällt, kämpfen die Frau

04.04.2025Die Aufgebote für die 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen

(rsn) – Zum mittlerweile 22. Mal steht die Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) im Programm. Rund um Oudenaarde müssen die Fahrerinnen aus 24 Teams insgesamt 168,9 Kilometer absolvieren, wobei zwÃ

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt der Frauen 2025

(rsn) – Seit Jahr und Tag ist Oudenaarde das Zentrum der Flandern-Rundfahrt der Frauen. Auch die 22. Ausgabe des Rennens startet hier, seit 2012 befindet sich hier zudem in der Minderbroedersstraat

03.04.2025Flandern-Rundfahrt im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die Flandern-Rundfahrt bildet für Radsport-Fans gemeinsam mit Paris-Roubaix das Highlight der Klassikerwochen eines jeden Frühjahrs. Das belgische Monument, am 25. Mai 1913 erstmals ausgetra

03.04.2025Niewiadoma hofft bei der Ronde auf die Power aus dem Vorjahr

(rsn) - Diese Szene gefiel Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) beim gestrigen Dwars door Vlaanderen (1.Pro) überhaupt nicht: Als Elisa Longo Borghini (UAE - ADQ) zu ihrem letztendlich

03.04.2025Fraile hängt am Jahresende das Rad an den Nagel

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt 2025

(rsn) – Ein paar Änderungen an der Strecke gibt es immer. Da macht auch die Flandern-Rundfahrt 2025 keine Ausnahme. Doch neben dem jährlichen Wechsel zwischen den Startorten Antwerpen und Brügge,

03.04.2025Evenepoel startet bei der Tour de Romandie

(rsn) - Remco Evenepoel (Soudal – Quick) wird am Start der diesjährigen Tour de Romandie stehen, wie die Organisatoren der am 29. April mit einem Prolog in Saint-Imier beginnenden Schweizer WorldTo

03.04.2025Erholt sich Visma-Kapitänin Vos rechtzeitig zur Flandern-Rundfahrt?

(rsn) – Wenn es am kommenden Sonntag bei der 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) auf der Zielgerade in Oudenaarde zum finalen Sprint einer kleineren Gruppe kommen sollte, könnte Marianne Vos

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour of Hellas (2.1, GRE)
  • La Route Adélie de Vitré (1.1, FRA)
  • Jamaica International Cycling (2.2, 000)