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22.05.2023 | (rsn) - Nico Denz hat mit zwei Etappensiegen den Giro d’Italia kurzzeitig zu einem deutschen Rennen gemacht. Nach seinen Erfolgen schlüpft er bei Bora – hansgrohe klaglos in die Helferrolle zurück. Eine neue Dimension hat seine Karriere dennoch erreicht. “Die schönsten Siege sind die, die man gar nicht erwartet hat“, sagte Jens Zemke so genießerisch, als hätte er einen guten alten Wein am Gaumen. Etwas Zeit war ja auch schon vergangen seit dem überraschenden Doppelpack. Da kann man das Ganze auch einmal einordnen.
Für Denz selbst war es zur Einordnung fast noch zu früh. Es fühle sich irreal an, teilte er radsport-news.com mit. Und Zeit brauche er noch, das alles zu fassen. Denn binnen zwei Tagen hat sich der 29-Jährige auf eine neue Ebene katapultiert. Deutsche Profis mit zwei Siegen bei einem Giro gibt es nicht so viele. Marcel Kittel gelang das, auch Robert Förster, und wenn man weit zurückblickt, Rudi Altig. André Greipel holte sogar mal drei Etappensiege bei einer Giro-Ausgabe. Aber die Namen deuten es schon an: Es handelt sich allesamt um Sprinter. Wenn es um Männer geht, die im hügeligeren Gelände besser aussehen, bleibt eigentlich nur noch Stefan Schumacher übrig, der zwei Giro-Etappen in einem Jahr holte.
___STEADY_PAYWALL___ Denz reiht sich also in eine illustre Runde ein. Zugetraut hat ihm das wohl kaum jemand. Es war ja nicht mal geplant. Auf der 12. Etappe waren Patrick Konrad und Bob Jungels diejenigen, die Freikarten im Raublinger Rennstall erhielten. Dann hatte Jungels nicht die Beine, Denz kam zum Zug, und er lieferte. “Zwei Tage später haben wir gesagt, wir können nur einen einzigen Mann entbehren, der nicht bei Lennard bleibt“, schilderte Zemke die Ausgangslage vor dem zweiten Etappensieg. Es war eine Erlaubnis, die Denz annahm, und bei der er kämpfen musste, um sie in etwas Zählbares umzusetzen. Denn die Ausreißer waren schon weg, Denz heizte hinterher und fand sich dann in der 30-Mann-Gruppe. Dort war er allein, andere Teams waren zu zweit oder zu dritt vertreten.
Boras Sportlicher Leiter Jens Zemke konnte die beiden Etappensiege von Nico Denz umso mehr genießen, da sie schon etwas überraschend kamen. Für den Profi, der seit dieser Saison für das Raublinger Team fährt, hat er viele lobende Worte übrig. | Foto: Cor Vos
Aber Denz ist ein Racer, er lernte sein Geschäft in der französischen Kletterschule von AG2R in Chambery. Er kam dort als Teenager an, mit sehr mageren Französischkenntnissen, aber er nahm die Herausforderung an, lernte die Sprache, suchte sich einen Platz im Team. In Frankreich sei er erst zum Rennfahrer geworden, erzählte er später. Ob Trainingsmethodik oder Ernährung, Renntaktik und auch Willensbildung - “dort wurde die Basis gelegt“, sagte er.
Vieles davon sieht man noch heute. Die Rennintelligenz, die er als Road Captain einige Jahre beim Team DSM unter Beweis stellte, und die auch für Bora - hansgrohe so interessant wurde, dass er seit dieser Saison dort fährt. Den Hang zur gründlichen Vorbereitung ebenfalls. “Er setzt sich sehr intensiv mit den Etappen auseinander“, lobte Zemke. Daher wusste Denz auch, wann das Profil und der Straßenverlauf eine gute Gelegenheit zur Attacke bieten würde und wann man unbedingt dran bleiben musste.
Einen unbändigen Siegeswillen hat Denz ebenfalls. Das merkt man oft nicht, weil er ja selten Gelegenheit bekommt, es zu zeigen. Aber als er in Frankreich im Begriff stand, den Sprung vom Konti-Team zu den Profis zu machen, sagte er französischen Journalisten: “Ich will nicht einfach bei den Profis ankommen, ich will bei den Profis brillieren.“
Gut, da nahm er den Mund ziemlich voll. Aber wer keine Ambitionen hat, wird auch nur wenig erreichen. Diese Mentalität hat sich Denz offenbar bewahrt. Bei seinem zuvor größten Erfolg vor den beiden Etappensiegen beim Giro, einem zweiten Tagesrang bei der Giro-Ausgabe 2018, löste er sich etwa 30 Kilometer vor dem Ziel aus dem Feld. Er schloss zu den Ausreißern auf und verlor im Zielsprint nur knapp gegen den Slowenen Matej Mohoric. Denz hatte auch da viel richtig gemacht, sich taktisch clever verhalten und den guten Zustand seiner Beine ausgenutzt.
Im Trikot von AG2R begann die Profikarriere von Nico Denz. Auch seinen ersten großen Erfolg feierte er für die Franzosen – als Zweiter beim Giro d'Italia hinter Matej Mohoric auf der 10. Etappe. | Foto: Cor Vos
Beim Giro jetzt war er noch einen Tick besser. Wie er auf der 14. Etappe noch nach vorne aufschloss, dann konzentriert blieb, nicht in ein kleines Erschöpfungsloch fiel, sondern vielmehr den Tagessieg abschoss, erinnerte seinen Sportlichen Leiter Jens Zemke an einen Großen der Branche. “Ich habe den Jungs nachher gesagt, dass mich das daran erinnert hatte, wie van der Poel seinen Sieg beim Amstel geholt hat“, sagte Zemke zu radsport-news.com.
Zu einem neuen MvdP wird Denz mit seinen beiden Etappensiegen beim Giro nicht gleich. “Ich bin hierher zum Helfen gekommen und ich werde wieder helfen“, sagte er radsport-news.com. Denz kann einordnen, was er geleistet hat. Er kann sich daran erfreuen. Und er kann dann auch wieder aus dem Rampenlicht treten und eine Helferarbeit leisten, von der der größte Teil nicht von den Kameras eingefangen wird.
Nach der 12. ging auf die 14. Etappe des Giro d'Italia an Nico Denz. Es war durchaus beeindruckend, wie er die Spitzengruppe noch auf den letzten Metern abfing und obendrauf den Sprint für sich entschied. | Foto: Cor Vos
Dem einzig verbliebenen Kapitän Lennard Kämna helfen wird Denz‘ Hauptjob in der letzten Giro-Woche. Sollte dort jemand bei Bora die Lizenz zum Ausreißen erhalten, dann wird das maximal mit dem Gedanken einer Relaisstation fürs Finale erlaubt werden. “Wir haben ja schon zwei Tagessiege. Wir legen jetzt den Fokus auf Lennard und das Klassement“, kündigte Zemke an. Und Denz wird genau diesen Job auch machen. Er selbst aber weiß, und mit ihm jetzt auch die gesamte Radsportwelt: Wenn er dann doch einmal von der Leine gelassen wird und die Beine an diesem Tag gut sind, dann kann dieser Nico Denz Bäume ausreißen.
In Italien hatte Nico Denz Verstärkung am Start. Seine Frau und die beiden Kinder waren vor Ort. Das war noch vor seinen Etappensiegen. Der Besuch gab ihm offenbar einen zusätzlichen Motivationsschub. | Foto: Cor Vos
Überraschend dabei ist, dass für diesen Helfer, der clever ist, stark im Flachen und robust in den Bergen, und der sich selbst nicht in den Vordergrund spielt, in neun Profijahren bislang nur drei WM-Teilnahmen zu Buche stehen. Die Ausbildung in Frankreich, die für ihn wichtig war, hat ihn wohl aus dem Selektionsblickfeld genommen. Jetzt immerhin kann niemand mehr ernsthaft behaupten, seine Qualitäten nicht zu kennen. Er ist ein Helfer, der, wenn man ihn loslässt, zum echten Killer werden kann. Nur Mitausreißer wird er in Zukunft nicht mehr so leicht finden. Die wissen jetzt auch, was Denz drauf hat. Da muss er sich was Neues ausbaldowern.
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