--> -->
23.11.2022 | (rsn) – Mit Platz 37 hat Daniel Bichlmann (Maloja Pushbikers) sein bisher mit Abstand bestes Ergebnis in der Jahresrangliste herausgefahren – und das auf kuriose Weise. Denn die dafür nötigen Punkte sammelte der Bayer bereits im November 2021, als er sich als Gastfahrer eines Schweizer Eliteteams den Gesamtsieg der Tour du Faso sichern konnte.
Da die Radsport-Saison aber von Anfang November bis Ende Oktober geht, werden die Punkte aus dem vergangenen Herbst für die diesjährige Rangliste gewertet. “Ich fühle mich natürlich geehrt, dieses Jahr so weit vorne in der Rangliste gelandet zu sein - kurioserweise mit Ergebnissen aus dem Vorjahr. Auch weiß ich sehr wohl, dass mein Ranglistenplatz nicht unbedingt ein tatsächliches Abbild meiner Fähigkeiten darstellt. Ich lasse hier viele hervorragende Rennfahrer-Kollegen hinter mir, die mir sportlich um Klassen überlegen sind – darunter viele tolle Helfer und Anfahrer“, kommentierte Bichlmann gegenüber radsport-news.com bescheiden sein Abschneiden.
___STEADY_PAYWALL___Die Tour du Faso 2021 nahm Bichlmann im Trikot des Schweizer Elite-Teams Kibag-Obor-CKT in Angriff und gewann nach zehn Etappen mit einem Tagessieg und zwei weiteren Podiumsplatzierungen auch die Gesamtwertung der Rundfahrt durch das westafrikanische Burkina Faso. “Sportlich wird die Erfahrung als Gesamtsieger der Tour du Faso wohl bis an mein Karriereende absolut `outstanding` bleiben. Da kommt nichts mehr nahe dran. Ich denke bestimmt mehrmals wöchentlich - also sehr regelmäßig - daran zurück"“, sagte Bichlmann.
Zehn Tage Stress und Hatz mit Gelb belohnt
Das Gelbe Trikot sei eines der ganz wenigen "Radsport-Relikte in meiner Wohnung in Salzburg. Besonders freut es mich so spät in meiner Laufbahn noch die ganz besondere Erfahrung gemacht zu haben, erfolgreich um den Gesamtsieg einer Rundfahrt zu kämpfen“, so der 34-Jährige, der auf “zehn Tage Stress, die Hatz nach den perfekten Rennen und einen ganz besonderen Teamgeist“, zurückblickte. “Es hat einfach rundum alles gepasst“, fasste Bichlmann zusammen.
Daniel Bichlmann (Maloja Pushbikers) beim Kurparkrennen in Bad Homburg. Quelle:| Foto: Cyclingpictures
Dagegen lief in der Saison 2022 im Trikot der Maloja nur wenig zusammen. Bichlmann kam auf ganze 13 UCI-Renntage, an denen er ausnahmslos als Helfer auftrat. Einen seiner wenigen Einsätze hatte er bei Belgrade Banjaluka, wo er sich als wichtiger Helfer über den einzigen UCI-Sieg des Teams durch Filippo Fortin freuen konnte.
Insgesamt überwog allerdings der Frust. Auf eigenen Wunsch wollte der Routinier aus beruflichen Gründen anfangs kürzertreten und später in die Saison einsteigen. Allerdings sei er schon früh im Jahr “teilweise enttäuscht vom Team gewesen, kaum eingesetzt zu werden. Im Laufe des Jahres musste ich mich mit dieser Enttäuschung abfinden. Schade, dass meiner Loyalität, Erfahrung und letztendlich auch meinen Erfolgen kaum Beachtung geschenkt wurde. Offensichtlich brauchte man mich als Routinier einfach nicht im Team“, vermutete Bichlmann. Unterkriegen lassen wollte er sich aber auch nicht. “Wie es in meiner Natur liegt, habe ich aus den Gegebenheiten das Beste rausgeholt“, fügte er an.
Auf eigene Faust ein Ersatzprogramm zusammengestellt
Um in Tritt zu bleiben, stellte sich Bichlmann auf eigene Faust ein Ersatzprogramm zusammen, das überwiegend aus kleineren Rundstreckenrennen bestand. “Da war ich recht erfolgreich. Ich hatte wöchentlich schöne Ergebnisse und Erlebnisse. Ich habe nach jahrelanger Abwesenheit wieder Blut geleckt, da ich dort auch viel Spaß hatte“, so Bichlmann, der auch kommenden Jahr wieder bei den Amateurrennen starten will.
Dennoch soll der Fokus dann wieder vermehrt auf internationalen Einsätzen liegen. “Ich freue mich, im kommenden Jahr wieder aktiver im internationalen Renngeschehen mitzumischen. Hier muss ich natürlich als Vollzeit-Kaminkehrer mit meinen kostbaren Urlaubstagen entsprechen haushalten, dennoch bin ich sehr optimistisch wieder regelmäßig Teil des Pelotons zu sein“, so Bichlmann, der bei den Pushbikers trotz der Diskrepanzen in der zurückliegenden Saison einen Vertrag über gleich zwei weitere Jahre unterschrieb.
Bichlmann beim Rundstreckenrennen in Wels| Foto: Philipp Bachl
Dies sei zum einen seiner “unlöschbaren Leidenschaft für den Radsport“, geschuldet, vor allem aber Folge einer Umstrukturierung in der Sportlichen Leitung des Teams. “Da sich das Team abermals völlig neu aufstellt, ich flammend begeistert von dem neuen Konzept bin und ich mich ja im Team an sich sehr wohl fühle, habe ich mit 34 Jahren das erste Mal gleich einen Zweijahresvertrag unterzeichnet“, berichtete Bichlmann und fügte euphorisch an: “Die Zukunftspläne der Maloja Pushbiker entsprechen zu 100 Prozent meiner Vorstellung von einem geilen Team. Ich glaube wirklich, bei den Pushbikern ein fantastisches Umfeld gefunden zu haben, wo ich noch einige großartige Jahre Radsport nach unseren gemeinsamen Vorstellungen betreiben werde.“
Rückkehr zur Tour du Faso nicht ausgeschlossen
Ob er 2023 zur Tour du Faso zurückkehren wird, weiß Bichlmann noch nicht. In diesem Jahr jedenfalls wäre er bei der allerdings kurzfristig abgesagten Rundfahrt nicht mit von der Partie gewesen. “Eine ambitionierte Titelverteidigung stand für mich nie zur Debatte. Die Chancen zwei Mal mit den gleichen Zahlen hintereinander im Lotto zu gewinnen, sind ja auch verschwindend gering. So oder so wäre ich dieses Jahr aus verschiedenen Gründen nicht angetreten - in Burkina Faso kann ich jetzt nur mehr verlieren. Dennoch schließe ich es keineswegs aus, dorthin zurückzukehren und mich der Herausforderung zu stellen“, so Bichlmann.
Die Absage der Traditionsrundfahrt bedauerte er im Übrigen sehr. “Viele afrikanische Renner bereiten sich Wochen, ja gar Monate darauf vor mit der gleichen Leidenschaft wie ich - vielleicht sogar noch fanatischer. Auch der Erlebniswert für die europäischen Rennfahrer ist wirklich kostbar und sollte massiv wertgeschätzt werden. Weltanschauung durch Welt anschauen hilft besonders jungen europäischen Fahrern dabei, viele Dinge besser oder überhaupt zu verstehen“, erklärte der Pushbiker.
Konkrete sportliche Ziele für 2023 wollte Bichlmann nicht formulieren. Es gehe ihm vor allem darum, gesund und sturzfrei durch das Jahr zu kommen, daraus sollen “viele tolle Rennen, Reisen, Erlebnisse und Ergebnisse mit den Pushbikern resultieren“, wie er abschließend sagte.
(rsn) – Eine Woche hatte Stefan Küng zuhause, bevor sich der Schweizer von Frauenfeld wieder verabschieden musste, um am heutigen Dienstag die nächste Trainingslager-Reise in Angriff zu nehmen.
19.12.2022Die Radsport-News-Jahresrangliste 2022 im Überblick(rsn) – Auch in diesem Jahr hat Radsport News wieder mit Hilfe eines eigens dafür erstellten Punkteschlüssels den besten Fahrer des deutschsprachigen Raumes ermittelt. In unserer Rangliste 2022 fi
19.12.2022Ein Super-Jahr trotz zwei schmerzhafter Niederlagen(rsn) – 2022 war das Jahr des Stefan Küng (Groupama - FDJ). Im Juni feierte der Schweizer die Geburt seines ersten Sohnes Noé und sportlich lief es über die gesamte Saison hinweg glänzend. Küng
18.12.2022Eine Hüft-OP ebnete den Weg zurück auf die Siegerstraße(rsn) – Ein ganz großer Sieg wie beim Flèche Wallonne oder der Tour-Etappe in Sarran im Jahr 2020 sprang in dieser Saison zwar nicht für ihn heraus, doch mit insgesamt vier ersten Plätzen bei kl
17.12.2022Vom ersten bis zum letzten Rennen Leistung abgerufen(rsn) – In seinem zweiten Profijahr gelang Mauro Schmid zwar kein Coup wie 2021, als er eine Etappe des Giro d‘Italia gewann. Doch bei seinem neuen Team Quick-Step Alpha Vinyl machte der Schweizer
16.12.2022Bester Deutscher trotz zwei Mal Corona und Nahtoderlebnis(rsn) – Trotz zweier Coronaerkrankungen und eines schweren Trainingssturzes, der ihn mehrere Wochen außer Gefecht setzte, konnte Max Walscheid (Cofidis) 2022 so viele Punkte für die Jahresranglist
15.12.2022In der Romandie geglänzt, bei der Tour tragischer Held(rsn) – Er war der tragische Held der Tour de France – nicht nur aus deutscher Sicht, sondern auch für die internationalen Fans: Simon Geschke (Cofidis) kämpfte bis zur letzten Bergetappe wacker
14.12.2022Zunächst konstant stark, dann von Corona ausgeknockt(rsn) - Auch wenn ihm in der Saison 2022 deutlich weniger Siege gelangen als noch im vergangenen Jahr, so wusste Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) mit einer deutlichen Leistungssteigerung zu beeindru
13.12.2022Nach den Klassikern aus dem Loch herausgearbeitet(rsn) – Auch wenn er im Frühjahr wegen Krankheiten nicht die gewünschten Ergebnisse einfahren konnte und im Sommer bei der Tour de France leer ausging, fällt Nils Politts Saisonbilanz positiv aus
12.12.2022Nach langem Leidensweg Befreiungsschlag in der Schweiz(rsn) – Es war eine der beeindruckendsten Triumphfahrten der gesamten Saison 2022: Als Bob Jungels (AG2R Citroën) am 10. Juli durch die Schweiz rauschte und in Chatel am Rande des Skigebiets Les Po
11.12.2022Immer wenn er fit war, kam etwas dazwischen(rsn) – Nach fünf Jahren bei Bora – hansgrohe und der großen Enttäuschung über die verpasste Tour de France 2021 entschied sich Pascal Ackermann für einen Tapetenwechsel und heuerte bei UAE
10.12.2022Die Beständigkeit in Person(rsn) – Der Wechsel von DSM zu Movistar hat sich für Max Kanter gelohnt. Der 25-Jährige muss zwar weiter auf seinen ersten Sieg warten, doch mit 29 Top-Ten-Resultaten war er der beständigste Erge
(rsn) – Nachdem er als Sechster der Villawood Men´s Classic drei Tage vor dem Start der 25. Tour Down Under bereits bei den Besten hatte mitmischen können, hat Tim Torn Teutenberg (Lidl – Trek)
21.01.2025Emirate setzen für ihre Frauen-Rundfahrt auf bewährtes Konzept(rsn) – Ohne viele Neuerungen geht die UAE Tour Women vom 6. bis 9. Februar in ihre dritte Auflage. Die zweite WorldTour-Rundfahrt des Jahres, die das Abu Dhabi Sports Council unter Mithilfe von Gir
21.01.2025Zum Saisonstart erlebt van Baarle einen schweren Rückschlag(rsn) – Nach zwei schweren Verletzungen im vergangenen Jahr – Schlüsselbeinbruch beim Critérium du Dauphiné, Hüftbruch bei der Vuelta a Espana – sollte es für Dylan van Baarle in der Saison
21.01.2025In dieser Saison heißt es: Die Position behaupten!(rsn) – Auch im vergangenen Jahr war Elisa Longo Borghini eine der Protagonistinnen in den größten Rennen des internationalen Frauen-Radsport. Die 33-jährige Italienerin gewann für ihr Team Lidl
21.01.2025Classic Loire Atlantique muss abgesagt werden(rsn) – Aufgrund finanzieller Probleme wird das für den 22. März geplante Eintagesrennen Classic Loire Atlantique (1.1) nicht stattfinden können. Wie die Organisatoren in den Sozialen Medien mitt
21.01.2025Welsford bleibt ´Down Under´ der Sprinter Nummer 1(rsn) – Sam Welsford macht bei der 25. Tour Down Under da weiter, wo er im vergangenen Jahr aufgehört hat: beim Gewinnen. Der australische Sprinter von Red Bull – Bora – hansgrohe vollendete au
20.01.2025Van Empel will “auch in Zukunft den Schwerpunkt auf Cross legen“(rsn) - Anders als Teamkollege Wout van Aert (Visma – Lease a Bike), der in diesem Winter seine Cross-Kampagne auf vier Einsätze reduziert hat und sich damit nochmals fokussierter auf die Straßens
20.01.2025Tendenziell stärker als im Vorjahr(rsn) – Echte Abstiegssorgen werden sich Teambesitzer Gerry Ryan und Manager Brent Copeland vermutlich nicht machen. Nach zwei Dritteln des aktuellen Dreijahreszyklus‘ zur Vergabe der WorldTour-Li
20.01.2025Einbrecher raubten Molanos Haus aus(rsn) – Juan Sebastián Molano bereitet sich derzeit mit seinem Team UAE Emirates – XRG in Dubai auf die neue Saison vor. Die Abwesenheit des Kolumbianers nutzten laut einer Meldung der Zeitung â€
20.01.2025Tour of Norway fügt Frauen- zur Männer-Rundfahrt hinzu(rsn) - Nicht nur die Leistungsdichte im internationalen Frauen-Radsport nimmt zusehends zu, auch der Rennkalender füllt sich immer mehr. Nun gaben auch die Veranstalter der Tour of Norway (2. Pro) d
20.01.2025In neuen Farben zu noch mehr Erfolgen(rsn) - Die auffälligste Veränderung beim mittlerweile schon 17 Jahre alten, aber erst seit 2021 zur World Tour zählenden Rennstall aus Belgien stellt in dieser Saison das neue Outfit dar. Zu Weiß
20.01.2025Etappen, Profile, Favoriten: Alle Infos zur 25. Tour Down Under(rsn) – Zwei Tage nach dem Ende der Tour Down Under der Frauen, bei der sich die Schweizerin Noemi Rüegg (EF Education – Oatly) souverän den Gesamtsieg sicherte, sind in Australien die Männer d